Desperate Housewives – oder: Das Unglück mit dem Ideal

Shownotes

In dieser Folge unseres Mutter-Tochter-Talks begrüßen wie euch zu unserem generationsübergreifenden Gespräch über Perfektionismus und wer könnte da besser Pate stehen als Bree Van de Kamp aus der Serie 'Desperate Housewives'? Da wird schnell klar, dass es Perfektionismus auch in einer dysfunktionalen Form gibt, die alles andere als gesund ist.

Zu den Highlights zählen die lebendige Diskussion über die Auswirkungen von Perfektionismus auf das eigene Leben, das Streben nach Exzellenz, die offene Reflexion über den Wandel hin zu mehr Gelassenheit, die anschauliche Erzählung der 'Kreis der Neunundneunzig'-Geschichte als Metapher für ständiges Streben nach dem Unerreichbaren sowie der Austausch über die Unterschiede im Umgang mit Kritik und Selbstwert.

Eine Folge, in der das Leben - im wahrsten Sinne des Wortes - vor der Tür steht und klingelt. Unangemeldet, wie das das eben so ist.

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00:00:00: Am Anfang des Jahres, da hab ich ja noch die Klingel unten abgestellt.

00:00:04: Stell dir vor, das klingelt und wir sind nicht da.

00:00:06: aufnahmes ja vorrichtbar!

00:00:07: Du bist schlecht vorbereitet, wenn ich das mal sage...

00:00:10: Und es hat geklingelt!

00:00:11: Super!

00:00:12: Fantastisch wird jetzt trotzdem ignoriert.

00:00:14: Das würde mich für immer verfolgen.

00:00:16: wer hat geklängelt?

00:00:20: Stopp mal der Mutter-Tochter Talk Beim Serienbinschen und Filmeschauen die Stocktaste drücken Und quatschen.

00:00:29: Weil uns vom Bild schon gerade was anspringt,

00:00:31: dass uns irgendwie an uns erinnert.

00:00:34: Machen wir ständig

00:00:36: zwei Generationen

00:00:37: und zufällig verwandt!

00:00:41: Wir sind wieder da und begrüßen euch ganz herzlich.

00:00:44: zur neuen Folge Sophie und meine Wenigkeit.

00:00:48: Es geht heute um die Desperate Housewives, die wir schon mal aufgelegt

00:00:52: haben

00:00:53: mit dem herrlichen Titel Desperates Housewives oder Das Unglück mit dem Ideal.

00:00:59: Oh, ja!

00:01:01: Du tieserst die Housewives an?

00:01:02: Ja.

00:01:03: Zacky Floppy durch für die, die sind nämlich null länger interessiert... Was für ein

00:01:07: Druck.

00:01:07: jetzt wird so eine Stop-Uhr angemacht.

00:01:09: Tick-Tacki,

00:01:10: tick-tacki.

00:01:11: Nein.

00:01:11: Desperate Housewives Serie hat gestartet im Jahr zwei Tausend Vier und es geht um so hauptsächlich vier Frauen.

00:01:17: Manchmal kommt einer dazu manchmal geht eine aber es geht über vier Frauen Susan Linette Gabby und Brie Und die wohnen alle in einer Straße, sind Nachbarin der Wisteria Lane und ist so eine sehr idyllische Straße.

00:01:30: Aber da passiert natürlich auch viel Drama angefangen damit dass eine Freundin von ihnen Mary Alice sich umbringt und dann geht es erst mal um dieses was das überhaupt passiert.

00:01:40: wie so hat sie sich umgebracht.

00:01:42: Das war wieder so düster.

00:01:43: wir haben doch gerade die letzte Folge mit dem Tod

00:01:45: begonnen.

00:01:46: Ich sage ja nur so fängt der Spirit Housewives an und dann entspint sich über den nächsten Staffeln hält Drama und in der Nachbarschaft, was passiert?

00:01:54: Und viel Klamauk.

00:01:56: Ja, viel Klaamauk!

00:01:58: Wir sprechen heute aber hauptsächlich über Brie, die mit nachher Van de

00:02:02: Camp... Maman

00:02:04: sagt immer Van de Bild.

00:02:05: Das ist ein berühmter Name Van de Build oder?

00:02:08: Ich

00:02:08: weiß, sie heißt Van De Camp.

00:02:09: Bitte

00:02:10: schön.

00:02:10: Weil

00:02:11: ihr Ehemann Rex van de Camp isst Arbst und sie hat noch zwei Kinder.

00:02:17: Danielle und Andrew Und es scheint alles eben sehr idyllisch, so dieses typische Vorstaat.

00:02:24: Alles ist perfekt!

00:02:26: Ihre Frisur sitzt perfekt... Es bewegt sich

00:02:29: nicht!

00:02:31: Also Brie ist doch diese Figur die immer an die... Wie hieß dieser

00:02:42: Film?

00:02:46: Das ist quasi ihre Geschichte, also alles was sie so umgibt.

00:02:49: Diese totale... Perfektion, optisch.

00:02:52: Ich würde

00:02:52: jetzt wirklich gerne den Vergleich ziehen aber dann würde ich ja so krass spoilern was Stepford angeht weil Leute die den Film nicht kennen und ich will jetzt nichts vorwecken nehmen.

00:03:01: Aber diese extrem perfekte Hausfrau ist Brie.

00:03:05: Die Haare sitzen sie trägt immer ihr Twinset mit Perlen.

00:03:08: deswegen wer uns zu sieht?

00:03:16: Und

00:03:17: ich bin heute die, die das alles überwunden hat.

00:03:19: und ob das auch wirklich so ist.

00:03:21: Und ob ich jemals von Brie auch nur die leiseste Anmutung hatte.

00:03:25: Darauf werden wir später zu sprechen können.

00:03:27: Du hast ja nicht mehr so rote Haare wie früher!

00:03:29: Stimmt,

00:03:29: die hatte ich auch... Ja?

00:03:30: ...und trotzdem habe ich mich nicht getraut.

00:03:32: Das fand ich ja bei Brie.

00:03:33: Die war mir schon ein großes optisches Vorbild.

00:03:37: Alle alle alle Farben getragen.

00:03:39: Lila, türkis, Grasgrün und das alles zu roten Haaren.

00:03:45: und ich dachte immer Das geht ja überhaupt nicht mehr ist so eingeschränkt mit den roten haaren.

00:03:49: aber Bree sah fantastisch damit

00:03:52: aus.

00:03:52: Weißt

00:03:52: du gerade wie die Schauspielerin

00:03:54: heißt?

00:03:54: Marsha Cross?

00:03:55: Genau Ich hätt es jetzt nicht im Kopf Aber

00:04:05: sie ist eben diese komplett ideale Frau und es sieht aus nach perfekter Ehefrau, perfekte Mutter, perfekt der Hausfrau.

00:04:13: Aber man merkt gleich ganz am Anfang da ist nicht alles so wie es scheint.

00:04:18: ihre Kinder sind ein bisschen Problemkinder haben nicht so eine gute Beziehung zur Mutter.

00:04:22: auch die Ehe mit Rex Die sind alle nicht so ein Fan von ihr, weil sie immer sagen Sie ist wie so'n Roboter.

00:04:29: Sie is ganz kalt!

00:04:30: Ja ja es hat ja sowas unbewegtes auch wenn alles wirklich total perfektes und was angestrengt ist wobei diese ganze Anstrengung und die ist enorm bei ihr.

00:04:39: Sie hat ja nie einfach nur einen Essen auf den Tisch gestellt sondern das wurde dann eingedeckt und zelebriert und es gab fünf Gänge und auch wie man zu sitzen hatte klassische Musik spielt im Hintergrund also wirklich bis ins letzte durchdacht.

00:04:52: Und da sind wir schon am Punkt, denn wir sprechen über Perfektionismus.

00:04:56: Soll

00:04:56: ich dir was ganz Lustiges sagen?

00:04:58: Das Wort Perfekcionismus hat nicht auf meine Karte gepasst.

00:05:01: Das heißt bei mir steht jetzt Folge Perfktionis und dann steht nach unten Muss!

00:05:08: Sehr schön.

00:05:08: Und soll ich dir auch etwas sehr Lustiges Sagen?

00:05:10: Ja.

00:05:11: Ihr habt mich gerade darauf aufmerksam gemacht dass von meiner Bluse drei Make-up Flecken sind... ...und die sind nicht von heute Obwohl ich die Bluse noch nie an hatte.

00:05:20: Dann

00:05:20: sind das

00:05:21: fremde Make-up Flecken.

00:05:23: Und noch vor zwei, drei Jahren wäre ich losgeschossen und hätte diese Bluse gewechselt und heute dachte ich mir... Scheiß drauf!

00:05:31: Lass die Flecke drauf?

00:05:32: Oh ja.

00:05:33: Deswegen sitze ich nämlich auch nicht so wie du hier mit der Perle angetan sondern für meine Verhältnisse doch eher etwas lässig weil Naja, hat ich glaube schon gerade gesagt.

00:05:42: Ich eher das Repräsentiere was den Perfektionismus schon überwunden hat.

00:05:46: aber du erzählst mir vielleicht nachher gleich Geschichten über mich wo ich mir denke Das geht besser.

00:05:52: Na kucken wir mal!

00:05:53: Wir wollen uns noch ganz rein

00:05:54: und ich repräsentere ästhetisch jetzt eher den Perfonismus weil ich ja tatsächlich der Meinung bin ich bin gar nicht so perfektionistisch veranlagd.

00:06:03: deswegen kann man das Textil mal aussuchen.

00:06:05: Ein Psychologe mit Namen Thomas Curran dem man nicht kennen muss das sehr gut auf den Punkt gebracht.

00:06:12: Bei Perfektionismus geht es nicht um hohe Standards, sondern darum die Dinge zu verbergen von denen wir glauben dass sie defizitär an uns sind.

00:06:23: Was aber schon bedeutet?

00:06:24: Es gibt eben zwei Formen von Perfekzionismus und mir war das nicht klar bis ich mich mit dem Thema beschäftigt habe also bis wir quasi mal Bree ausgegraben haben und die Stopptaste gedrückt über ihren Perfeksionismus gesprochen.

00:06:38: Das ist zwei Arten von Perfektionismus gibt.

00:06:41: Da gibts natürlich den einen, wo du sagst ich strebe nach Exzellenz.

00:06:45: Ich möchte das was ich mache entweder eine Geschichte oder vor mir ist auch alles um mich herum einschließlich meiner selbst reden dann über Selbstoptimierung wirklich perfekt mal aus Freude an der Sache.

00:06:57: oder eben die dysfunktionale Variante Du machst es um eigene Defizite zu verstecken Das heißt aus der Angst vor dem eigenen Versagen heraus aus der Angst vor Kritik, denn wenn ich gleich von Anfang an alles perfekt mache was gar nicht möglich ist im Leben.

00:07:16: Aber wir bilden uns also ein Perfektmache kann mich ja niemand kritisieren.

00:07:21: das heißt ich werde nicht verletzt.

00:07:23: diese zwei Varianten gibt's?

00:07:25: Ich habe eben auch diese zwei Begriffe gefunden adaptiv und maladaptiv.

00:07:30: Adaptiv, also to adapt, kennt man im Englischen, denke ich besser.

00:07:34: Heißt ja dass man sich anpassen kann.

00:07:37: Also das der Perfektionismus durchaus noch beweglich ist in einem gewissen Maße und mal adaptiv bedeutet es führt kein Weg dran vorbei.

00:07:46: Breed zum Beispiel finde ich is am Anfang absolut maladaptiv.

00:07:49: Es gibt wirklich keine Situation wo sie irgendwie daraus

00:07:53: kommt.

00:07:54: Und ohne jetzt zusetzt zu spoilern, es gibt viele Staffeln der Split Housewives.

00:07:58: Ihre Figur entwickelt sich schon sehr.

00:07:59: Fantastisch!

00:08:00: Ja...

00:08:01: Aber weil du gesagt hast, du kennst das generell eher nicht Perfektionismus?

00:08:06: Da möchte ich

00:08:06: widersprechen?!

00:08:07: Ja, weil lustig.

00:08:08: in der letzten Folge hatte ich ja erzählt, dass ich früher so ein Mensch war, der gesagt hat, am besten mache es gar nicht, denn dann kann ich es nicht falsch machen.

00:08:17: und da frage ich mich ist das so, weil ich perfektionistisch veranlackt bin?

00:08:22: Oder ist das so aus anderen Gründen, dass ich zum Beispiel generell einfach viele Ängste hatte aber nicht unbedingt Perfektionismus?

00:08:31: Kann ich den nicht beantworten.

00:08:32: Ich hätte jetzt an was anderes gedacht weil ich ja gerade gestern wieder in der Wohnung war und Maschinen vorbeigemacht habe schweres Gerät.

00:08:39: dann Freund hat die Säge angesetzt Wie du zum Beispiel deine Wohnung einrichtest oder früher auch dein Zimmer oben.

00:08:45: Da hat schon ein gewisses Maß an Perfektionismus mitgeschwungen, zwar wenn ihr es gesehen hättet... Es ist sehr lebendig und da sind Farben Und ich nenne das immer so die emotionalen Schlampeecken.

00:08:57: dann bei mir gibt es natürlich auch.

00:09:00: aber Du hast ein Bild und du willst dahin und du würdest schon am liebsten ganz genau zu diesem Pinterest-Bild im Echten Leben zum Beispiel in deiner Wohnung hinkommen.

00:09:10: Absolut,

00:09:11: absolut!

00:09:12: Aber jetzt kommt mein Gegenbeispiel...

00:09:14: Ja?

00:09:15: In diesen ganzen Renovierungsdingen merke ich meiner Meinung nach das Balle

00:09:20: z.B.,

00:09:20: die sehr viel perfektionistischer Veranlag ist als ich.

00:09:23: denn der will dass es perfekt wird.

00:09:25: und ich denke mir dann oft so ja dann ist es halt nicht gerade.

00:09:29: ja da ist es halb nicht perfekt gestrichen.

00:09:31: für mich muss die Linie nicht gerade sein und dann ist halt ein bisschen Luft neben dem Brett und so was stört mich null.

00:09:37: Ah ja, interessant.

00:09:38: Und da merke ich... Ich bin gar nicht perfektionistisch veranlagt.

00:09:40: Das ist halt nicht perfekt!

00:09:41: Da würde jetzt ein dysfunktionaler Perfektionist eingehen wenn er das ertragen müsste.

00:09:49: Provisorien zum Beispiel.

00:09:52: Wenn das in sein Gebiet hineinfällt wo er sagt ich strebe Perfktion an aber das kann man ja mit und bei allem Schwierig ist in unserer, wir haben ja keine Fehlerkultur bei uns hier in unserem Land.

00:10:03: In unserer Gesellschaft.

00:10:04: da hatte Harald Lesch hat mal gesagt wie funktioniert Naturwissenschaft?

00:10:08: Er hat es glaube ich auf die Quantenmechanik natürlich angewandt.

00:10:11: Wie entwickeln wir uns, wie kommen wir zu hohen Erkenntnissen?

00:10:13: er sagte sinngemäß Wir hangeln uns von Fehler zu Fehler zur Erkenntnis Und genau so funktioniert es, die Vera F. Birkenbihl hat das glaube ich auch gesagt.

00:10:26: Es geht gar nicht darum die richtigen Antworten zu haben, es geht darum die richtige Fragen zu stellen.

00:10:30: Wir haben keine Fehlerkultur.

00:10:32: Das heißt wenn wir hier irgendwo in unserem Leben einen Fehler machen Versuchen wir den also die meisten von uns und der Perfektionist ja sowieso Ganz schnell zu vertuschen.

00:10:43: Ja

00:10:44: Ich habe da ein wunderbares Beispiel.

00:10:46: Das ist so typisch für mich, denn ich sage es schon mal.

00:10:50: Ich habe erst über der Auseinandersetzung mit dem Thema begriffen, dass ich tatsächlich ein dysfunktionaler... Ich fieh das Wort immer irgendwie um GER-Fektionist

00:11:02: gewesen?

00:11:02: Du magst gar nicht was auszusprechen!

00:11:03: Ich möchte sagen gewesen... ich bin, weil ich glaube und hoffe aber du wirst mich da mal spiegeln.

00:11:10: Jetzt heute noch das Sichtabwitz.

00:11:11: Ich habe tatsächlich Gegenbeispiele ja... Was sich

00:11:13: da was getan hat, aber schauen wir mal!

00:11:15: Aber das war wieder so ein Klassiker, ich glaub im Jahr zwei tausend siebzehn, glaube ich.

00:11:21: Was ja fast zehn Jahre her ist.

00:11:25: So am nächsten Tag nachdem das passiert ist sind die dann ich nach Hamburg geflogen zu meiner lieben Agentin und ich hatte auch noch eine Lesung dort.

00:11:37: Aber am Vortag bin ich geschwind nochmal zum Wertstoffhof gefahren, der Niklas hat ... Ihr habt da beide ja noch hier gewohnt.

00:11:44: Der Niklas aus seinem Zimmer waren so Bretter aus dem Schrank rausgetan oder die waren übrig, die sollten weg.

00:11:51: Und es war Sommer!

00:11:52: Ich hab so Ballerinas angehabt, leicht bekleidet, Sommer schnell mal zur Tür hinaus... und habe diese Bretter vom Kofferraum gehoben, die waren sauschwer.

00:12:00: Und dann geht es an diesen hohen Containern.

00:12:02: Gibt's doch diese Treppen, die da so hochgehen?

00:12:04: Du gehst also nach oben und schmeißt das dann von oben rein... ...und ich gehe diese Treppe nach oben.. ..und mir rutscht ein Brett runter!

00:12:11: Fällt genau mit der Neunzig-Grad-Ecke mit einem Schwung mir auf den Fuß.

00:12:18: Und zwar ist war entweder der C neben dem großen oder der in der Mitte.

00:12:22: Ich kanns nicht mehr sagen.

00:12:24: Mit Karachoder drauf.

00:12:26: Es war ein... Übler Schmerz!

00:12:29: Ich bin ganz blass geworden.

00:12:30: Und was war das Erste, was ich getan habe?

00:12:32: Was tut der Mensch in so einer Situation?

00:12:35: Nichts...

00:12:36: ...was tut der Perfektionist?

00:12:38: Ja, tuts du als ob nichts passiert wäre.

00:12:40: Er

00:12:40: schaut sich erst mal um.

00:12:41: hoffentlich hat es keiner gesehen.

00:12:43: Ja weil ich will gar nicht lachen aber ich versuche mir gerade vorzustellen wie das dann abgelaufen ist.

00:12:48: Und ich glaube nicht, dass es so abgelaufen ist, dass du schreien zu Boden gegangen bist und dann Leute zu dir liefen.

00:12:53: Ich glaube, du bist still geworden und bist dann zurück zum Auto gelaufen.

00:12:56: Moment!

00:12:57: Ich habe die Bretter da reingetan, hab auf meinen Fuß gestarrt und dachte mir... Oh mein Gott, mein Gott ist

00:13:03: du.".

00:13:03: zu B. Bin die Treppe runter, bemüht darum nicht komisch zu hinken weil wir hätte das denn ausgesehen und habe noch die Kartons aus dem Kofferraum geholt und in den anderen Container gebracht.

00:13:15: Ja wenn du schon mal da bist?

00:13:16: Den dann ins Auto eingestiegen.

00:13:18: richtig tolle Schmerzen.

00:13:19: Hast du

00:13:20: geweint?

00:13:20: Nein!

00:13:20: Ich wusste

00:13:21: es ist was gebrochen und hab mich aber nicht getraut.

00:13:24: rucketigu ruckettigu blut ist im schuh hinein zu gucken.

00:13:28: ich bin erstmal nach Hause gefahren ja Dann habe ich ihn gekühlt, dann hab' ich ihn irgendwie mit dem anderen zusammengetaped.

00:13:34: Weil das macht man so.

00:13:35: und dann sind wir am nächsten Tag nach Hamburg geflogen und ich hinkte tagelang weil der war wirklich... Ich weiß es nicht... ...gebrochen angebrochen oder sowas.

00:13:43: Es ist wieder geworden!

00:13:44: Das ist so typisch für mich wie ich damals gewesen bin wenn mir was Blödes passiert dass man erstmal schaut hoffentlich merkt's keine Und das war ja jetzt noch eine Spaßveranstaltung.

00:13:57: Wenns jetzt dann ins berufliche gegangen isst War das noch viel, viel krasser.

00:14:04: Und mir war heute erst bewusst... also wird jetzt langsam erst bewusst was da alles abgegangen ist nämlich wie ich angefangen habe zu schreiben.

00:14:13: Ich glaube ich war vorher schon ein Mensch der beruflich wirklich mal alles sehr exakt gemacht hat Was dir nicht immer Lob eindringt, es gibt auch Leute die sagen lieber treibt's ja ein bisschen und ist ja auch so.

00:14:24: Da fühlst dich als Perfektionist schon mit so einer leisen Überheblichkeit das du dir denkst, meine Lieben hättet ihr mal so gut vorbereitet wie ich das gemacht habe?

00:14:33: Also da ist man ja schon nicht gefeilt.

00:14:34: Das muss man ja sagen.

00:14:36: Und ich muss sagen beim Schreiben, ich hab ja angefangen in zwartehnt zwölf sind bei mir zwar mit meinen besten Seiten hochgekommen was Kreativität und Freude und Ausdruck anbeland Aber auch mit meinen schlimmsten Seiten.

00:14:51: Und am Schluss war das ja so weit, ich weiß gar nicht ob ihr es in der Form überhaupt mitgekriegt habt.

00:14:56: Ihr habt schon mitgetrickt, ich ziehe mich sehr zurück und arbeite viel.

00:15:00: Aber ich habe an einem Roman, ich muss jetzt schätzen, sagen wir mal mit dreihundertfünfzigdreihundertachzigseiten, an dem jeder andere vernünftige Autor tausend Stunden gearbeitet hätte... Ich weiß nicht, ob ich jetzt, wenn ich mir den Zahlen völlig falsch liege, Sechs Tausend Stunden gesessen, denn ich habe jede einzelne Szene nicht drei, vier oder fünf Mal durchgearbeitet.

00:15:22: Wieder durchge Arbeitet?

00:15:24: Ob noch ein Schreibfehler drin ist, ob der Klang gut ist, nochmal die Recherche nach.

00:15:32: vierzigmal, fünfzigmal und dann kratzt ganz schlimme Momente.

00:15:36: Wenn ich nämlich abgeben sollte meinen Schreibfortschritt das machst du ja gibst ihn im Lektorat ab so dreißigvierzig Seiten.

00:15:43: Dann kann der Lektör mit dem Du ja zusammen das auch... Das ist ja super dass du ein bisschen intim hast drauf schauen und kannst sagen du ich glaube also hier verzettelste dich da schreibst du viel zu viel oder lass ein bisschen was weg oder läuft toll oder die Figur entwickelt sich gut aber natürlich auch Kritik.

00:15:56: Dann gibst du ab und dann habe Ich mir angewöhnt dass ich sobald ich abgegeben habe auch nur den Zwischenstand vollgemerkt.

00:16:04: Am nächsten Tag gleich in der Früh, immer beim Kaffee habe ich ja mein Dokument aufgemacht und bevor ich weitergeschrieben hab schon mal das nochmal gelesen was da war.

00:16:12: Und dann war dann Schreibfehler auf Seite zwei oder drei genau da wo ich doch gestern abgegeben haben und ich habs doch schon dreißig vierzigmal durchgelesen und dann hat ein Satz nicht gestimmt und dann war da noch etwas und dann habe ich es wieder durchgelsen und nochmal durchgelessen.

00:16:24: Dann habe ich nach einer Woche dachte ich mir hab noch nichts gehört vom Verlag die ist noch gar nicht dazugekommen.

00:16:30: sie Jetzt habe ich es verbessert, jetzt ist es perfekt.

00:16:33: Jetzt schicke ich sie einfach nochmal.

00:16:35: Ich sage du war noch eine Kleinigkeit neue Version.

00:16:37: Das hab' ich bis meine Elektorin im Stande war weil die hat ja mehrere Sachen am Tisch liegen vier fünf oder sechs Mal gemacht.

00:16:44: Das is krank!

00:16:45: Ja?

00:16:46: Das ist nicht gesund das ist total idiotisch und mir ist das nicht bewusst geworden wie viel Angst ich gehabt habe Fehler zu machen und ich wollte nicht angreifbar sein.

00:17:01: Und jetzt, wo wir schon hier am Knackpunkt sind.

00:17:05: Wovor hast du Angst?

00:17:07: Was hätte das bedeutet?

00:17:09: Da kommen wir dann eben mal schnell fünfzig, fünfundfünfzig Jahre zurück weil das sind ja diese alten Triggerpunkte die du hast.

00:17:16: ich komme ja aus einem sehr unsicheren Elternhaus und für mich hat bedeutet also Kinder lernen entweder wirst du Perfektionist weil deine Eltern sehr perfektionistisch sehen.

00:17:27: Zum Beispiel wird das typische asiatische Modell, auch wo Kinder wahnsinnig viel lernen müssen in Frankreich.

00:17:32: Ist es ähnlich?

00:17:33: Also da hast du natürlich die Schulbildung dann kommt aber noch eine Fremdsprache drauf.

00:17:37: Das ist aber bittig Chinesisch für den Franzosen also irgendwas nicht irgendwie was einfaches nebenbei und Dann wird noch Klavier gespielt und also viel viel viel.

00:17:47: Und aus solchen Kindern wird sehr oft ein Perfektionist.

00:17:50: Es kann man sich ja gut vorstellen weil wir so gedrillt worden sind dass andere modell und das wäre dann meine sache isst in ihren Verhältnissen lebst und natürlich Angst hast.

00:18:00: Und weißt, wenn ich alles richtig mache... Wenn mein Zimmer immer aufgeräumt ist!

00:18:05: Wenn ich keinen Fleck am Hemd habe, wenn Ich mich mit meinem Vater zum Abendessen setze.

00:18:10: Und ich hab das Abendessen gemacht, obwohl ich erst zwölf Jahre alt bin aber ich hab die Soße nicht versalzen.

00:18:15: Und wenn ich keine fünf nach Hause bringe, wenn das alles passt dann passiert mir nichts.

00:18:23: Wir brauchen es nicht auszuhören Und das steckt natürlich noch drin.

00:18:27: kommt irgendwie unbewusst immer wieder hoch, bis der Mensch irgendwann mal begreift.

00:18:31: Liebe!

00:18:32: Du bist jetzt fünfzig oder du bist sechzig und wenn ein Schreibfehler passiert dann ist es der lieben Gerke bei Lübe völlig wurscht weil das geht um den großen Zusammenhang.

00:18:43: Und wenn eine klitzekleine Kleinigkeit nicht richtig recherchiert ist Herrschaft, du hast ja nicht am offenen Herzen operiert aber es hat sich für mich so angefühlt und das muss man verstehen dass das nicht nur was ist aufsetzt, sondern es fühlt sich für dich lebensbedrohlich an.

00:19:00: Es ist vernichtend und wenn du dann so isst der Blick ja... Du siehst ja nur den Fehler!

00:19:07: Du sieest nicht die fünfzig Tonne Rezensionen, du siehst die eine, die schlecht ist.

00:19:13: Du sieß diesen einen Fehler.

00:19:16: Das ergibt für mich viel Sinn weil ich habe überlegt da ich mich ja nicht als perfektionistisch einstufen würde Kenne ich Leute, wo ich finde die sind manchmal ein bisschen perfektionistisch veranlagt.

00:19:27: Ich habe eine Freundin, die sich selbst auch schon mal beschrieben hat als manchmal bin ich dazu perfektionstisch.

00:19:33: und um das jetzt mal ganz allgemein zu halten, die kommt auch aus einem etwas unsicheren Haushalt.

00:19:37: deswegen ergibt es für mich viel Sinn.

00:19:39: Und ja, ich hab völlig vergessen was ich damit hin wollte aber das ergibt für mich auf jeden Fall viel Sinn.

00:19:45: so und jetzt ich weiß wo ich ihn wollte und deswegen glaube war bei mir die Chance nie groß, dass ich perfekt zynistisch werde.

00:19:53: Weil ich aus dem krassen Gegenentwurf komme!

00:19:55: Ich komme aus einem Haushalt wo meine Leistung nicht im Vordergrund stand und ich extrem zu spüren bekommen habe wir lieben dich einfach weil du existierst Nicht wegen dem was du tust.

00:20:07: Du kannst eigentlich auch machen was du willst.

00:20:09: im Sinne von ist jetzt egal ob du dieses Hobby hast oder jenes Ob du mit der Person befreundet bist oder hier.

00:20:16: Wir lieben Dich einfach Und deswegen ist Perfektionismus für mich nicht so wichtig.

00:20:22: Beziehungsweise es gibt durchaus Dinge, wo ich mich gerne anstrenge zum Beispiel Referate in der Schule oder in der Uni.

00:20:27: Da bin auch eine von denen die gesagt hat Ich habe mich sehr angestrengt!

00:20:31: Ich habe mir sehr viel Mühe gegeben

00:20:34: Aber es war das Streben nach Exzellenz und er hatte auch mit Freude an der Sache zu tun.

00:20:38: Ganz

00:20:38: genau!

00:20:39: Und eben nicht aus Angst heraus, dass ist da große Unterschiede.

00:20:42: Erstens nicht aus angst heraus und zweitens wenn jetzt doch mal was schiefgenaufen wäre... Wenn ich mich jetzt doch einmal irgendwo verhasbelt hätte oder meines Wegen du arbeitest viel für einen Test und dann kriegst Du halt nicht die Eins.

00:20:54: Ich war eh nicht die Person die die Eins bekommen hat.

00:20:56: aber ne Dann hätte ich mir nicht gedacht oh das heißt wohl du bist eine minderwertige Person.

00:21:01: Sondern Die Leistung war halt nicht gut.

00:21:04: und diese Unterscheidungen, die konnte ich immer gut treffen.

00:21:08: Weil wir ja gesagt haben aus Angst heraus oder auch vor Kritik?

00:21:11: Oder um Defizite zu verdecken oder zu vertuschen weil tief in dir drin einer sitzt.

00:21:16: also in mir saß natürlich immer einer drinnen der gesagt hat du bist ein Hochstabler Du bist kein Autor.

00:21:21: Ich habe das ja auch alles nie gelernt Um nur einen Beispiel zu nennen

00:21:25: Tatsächlich jetzt sowieso darüber reden gibt es eine Sache wo ich schon eher perfektionistisch veranlagt war Und dass ist mein Äußeres Denn mit meinem Aussehen habe ich früher extrem versucht, meine Defizite oder meine Selbstzweifel zu unterdrücken.

00:21:40: Weil ... Ich hab das ja hier in der Folge schon erzählt.

00:21:43: Ich war verliebt und oft sehr stark verliebd.

00:21:46: Und das hat alles nicht funktioniert.

00:21:48: Das heißt, meine gesamte Jugend habe ich mitbekommen.

00:21:51: Dich möchte niemanden.

00:21:52: Also auch romantische Art und Weise!

00:21:55: habe ich auf der einen Seite gemerkt, meine Kleidung kann für mich eine Rüstung sein und bis heute liebe ich Mode im positiven Sinne.

00:22:02: Aber das hatte auch ein negativen Aspekt von... Du musst ja perfekt geschminkt sein, damit niemand sieht, dass du ein hässlicher Teenager bist.

00:22:11: Und du musst dir einen Stil zurechtlegen.

00:22:15: Entweder war das der Emo-Stil oder mein Leo-Stiel des Androgyne, was so'n ganz großes FU an die Leute da draußen waren zu zeigen ... Ja, eigentlich ist mir das auch völlig egal!

00:22:27: Oder ich bin halt ähnlich wie heute.

00:22:29: Das sah ich mit siebzen aus?

00:22:31: Da war wirklich immer die roten Lippen und die Locke perfekt gedreht.

00:22:35: Und das war dann so ein sehr adretter Vintage-Style, weil ich gemerkt hatte, da kriegt man ja doch plötzlich Aufmerksamkeit von Männern!

00:22:43: Das habe ich ganz dringend gebraucht diese Bestätigung – und das war schon so'n bisschen perfektionistischer Drang, weil Ich diese Bestetigung wollte… vielleicht ähnlich wie du, nie ohne Make-up rausgegangen weil ich mir dachte ja aber was bedeutet denn das?

00:22:58: stell dir vor.

00:22:59: Ich gehe raus und meine Haare sind fettig oder ich bin ungeschminkt und dann sieht mich jemand so bis heute habe ich Probleme.

00:23:05: was ist wenn mich jetzt jemand nicht attraktiv finden würde?

00:23:07: Was bedeutet das für mich?

00:23:09: Fragezeichen was bedeutet es für mich?

00:23:11: da bin ich schon ein bisschen perfektionistisch veranlag gewesen hab ich versucht schon dass ein bisschen los zu werden.

00:23:15: also laufe ich nicht mehr jeden tag so rum.

00:23:17: der mensch ist ja generell einer der so gepolt ist, alle Menschen sind so gepohlt dass wir uns optimieren wollen.

00:23:24: Wir sind selbstoptimierer!

00:23:26: Wir leben zwar auch in einer Gesellschaft der Selbstoptimiere aber das ist da der große Unterschied zwischen Selbstoptimmierung und Selbstperfektionierung.

00:23:35: denn Perfektionsierung ist ein Zustand und das habe ich ja auch irgendwann begriffen eben zum Beispiel beim Schreiben aber auch in vielen anderen Dingen.

00:23:43: Den wirst du nie erreichen.

00:23:45: Das Perfekte ist ja das an dem überhaupt nichts mehr auszusetzen, gar nichts falsch alles magelos ist und egal auf welchem Gebiet optisch im Beruf in der Ehe... Es ist völlig egal!

00:23:58: Wirst du nicht erreichen?

00:24:00: Das heißt wenn du Selbstperfektionismus anstrebst aus welchem Grund auch immer bist du verurteilt zu einem Leben mit Bluthochdruck, Einsamkeit und Depressionen.

00:24:10: Und das könnt ihr wirklich nehmen?

00:24:13: Das kann man wirklich wirklich nehmen.

00:24:15: gegen die Selbstoptimierung ist im Prinzip ja noch gar nichts zu sagen dass man sagt ich streb irgendwo hin Ich möchte da besser werden ich will mich in der bestimmten Angelegenheit verbessern Da will ich mehr rausholen.

00:24:26: Dagegen is ja gar nicht zu sagen Da geht es nämlich Es geht um den Selbstwert.

00:24:31: d.h.

00:24:32: Menschen mit einem geringen selbst Wert sind natürlich viel leichter dabei, dass sie Perfektionismus ausüben.

00:24:42: Dass sie das als Krücke und als Stütze irgendwie nehmen.

00:24:45: Wir haben drüber gesprochen.

00:24:46: der Unterschied eben was werden passiert?

00:24:48: Ich drei Schreibfehler und irgendwo noch ein kleiner Recherche irgendwas nicht in Ordnung.

00:24:53: dann hätte meine Entzückende Lektorin gesagt die Schreibfühle hat es gar nicht erwähnt.

00:24:57: Sowieso nicht, weil sie da weißt die.

00:24:59: Da gehen wir noch hundertmal drüber und

00:25:00: zeig mir das Buch wo kein einziger Schreiffehler drin

00:25:03: ist.

00:25:03: Das ist dann noch die Gedruckte aber das waren wir ja noch weit vorher also das mal am Rande.

00:25:08: Aber was wäre passiert?

00:25:10: Nicht wäre wäre passiert.

00:25:11: Ja aber hätte sich irgendwas erwähnt.

00:25:14: wie du die Figur entwickelt sich nicht gut oder Kleinigkeiten.

00:25:19: Ich bin ja so einer der immer sehr gerne, ich habe ja gerne ausgebaut.

00:25:23: Viel erzählt und noch eins drauf und noch geschmückt.

00:25:25: und also die Königin der Adjektive nach dem Motto nimm da mal ein bisschen zurück das wäre schon... Ich hab zu viel gemacht!

00:25:32: Also Kritik an der Sache?

00:25:35: Ja ist eins zu eins sofort Kritik an mir, auch wenn das der Kritiker so gar nicht meint.

00:25:40: Und du hast die große Fähigkeit dass du sagst wir haben drüber gesprochen.

00:25:44: jetzt in deinen letzten Berufsmonaten Wenn von außen Kritik kommen hast du gesagt hat ja nichts mit mir zu tun geht ja nur um die Sache.

00:25:51: Du kannst das trennen.

00:25:52: Ja natürlich ich habe jetzt im Krankenhaus gearbeitet am Empfang ein paar Monate und da rufen viele Leute an entweder Patienten und Ich hatte einen Unangenehmeres Telefonat relativ vom Anfang, wo eine Ärztin angerufen hat und ganz dringend einen Termin für eine etwas ältere Patientin schon ausmachen musste.

00:26:11: Ich glaube auch das es ne Krebspatientin war und die hatten ein Termin gebraucht oder sowas in die Richtung Und sie hat wirklich schon geschrien und war teilweise auch sehr unhöflich und bla bla bla... ...und da haben dann auch die anderen gesagt dass du so ruhig geblieben bist.

00:26:25: und ich meinte so ja Leute Das ist eine Ärztin, die hat ne achtzigjährige Frau da und die hat Krebs.

00:26:31: Und sie braucht ganz dringend nen Termin für Sie und sie kriegt keinen Termin fürs Sie!

00:26:35: Dann schreit die mich halt an... Die kennt mich doch nicht, die weiß doch nicht wer ich bin, dass ich da sitze, das sich neu bin.

00:26:41: Das weißt ihr doch nicht.

00:26:41: natürlich, schreibt die nicht MICH an sondern die Situation.

00:26:45: Ist doch

00:26:45: klar.

00:26:45: Ja, das ist toll aber wenn man das trennen kann es ist gut.

00:26:48: Und

00:26:48: selbst wenn mir jemand ins Gesicht schreitet, kennt er nicht mich als Person, sondern hat Selbstprobleme.

00:26:53: Da ist's halt auch gut.

00:26:54: wenn du also Wenn das eigene Selbstbild eben differenzierter ist, dann ist da selbst wert stabiler.

00:27:02: Also wenn ich... Das ist ja auch so ein kleinen Fehler irgendwo gemacht und ich bin als gesamte Julia in Frage gestellt.

00:27:10: Und zwar nicht nur als Sprecherin, nein!

00:27:12: Auch als Autorin, als Mutter, als Ehefrau, alles.

00:27:18: Weil wenn das Selbstbild wackelig ist, weil dann passiert irgendwo eine Kleinigkeit den ganzen Menschen um.

00:27:25: Wenn du das differenzieren kannst, dann kannst du sagen okay beruflich ist mir da jetzt ein kleiner Lapsus passiert.

00:27:30: Gott sei Dank war nichts Dramatisches.

00:27:32: aber hey als Freundin oder als Fashionista oder als whatever Da bin ich in der neunundneunzig von hundert.

00:27:47: Ich wollte ja dass wir das nicht vergessen.

00:27:49: Du wolltest ja, dass ich dir den Spiegel vorhalte.

00:27:51: Ja genau!

00:27:52: Ich habe tatsächlich ein Beispiel wo ich deinen Perfektionismus noch spüre aber ich kann dir das auch nach deiner Story erzählen.

00:28:01: Okay, machen wir es so.

00:28:02: Machen wir's so weil...ich dachte wir reden vielleicht dann eben auch mal kurz drüber.

00:28:05: wie komme ich raus aus diesem Teufelskreis?

00:28:07: Kann ich dysfunktionalen Perfekzionismus?

00:28:10: Der andere ist ja Suppi-Wuppi.

00:28:12: Kann ich den ablegen?

00:28:15: Ja also um schon meinen Spoilern Ich finde, du hast dich schon sehr weiterentwickelt.

00:28:19: Ich finde man kann ihn ablehnen.

00:28:21: Und wenn ja wie?

00:28:22: Die Sache mit den Neunundneinzig.

00:28:23: Ich höre ganz viele Hörbücher von Jorge Bucay.

00:28:27: Das ist ein Gestalt-Therapeut aus ... ich muss mal gucken... Ist er Argentinisch?

00:28:35: Ja!

00:28:35: Ein argentinischer Autor, Therapeut und Gestalttherapie macht er Und der hat eine ganz entzückende Geschichte erzählt, nämlich der Kreis der Neunundneunzig.

00:28:46: Das war das was ich gerade angetextelt habe.

00:28:48: Eine Sache passiert alles steht in Flammen.

00:28:51: Da ist ein König Ich versuche es schnell zu machen In einem Königreich Der einen Diener hat, der ist immer gut drauf Dem geht's super.

00:28:57: und er sagt, hey du warum bist du denn immer glücklich?

00:29:00: Möcht ich echt wissen.

00:29:01: Du bist mein Diener.

00:29:02: Lebst in kleinen Verhältnissen.

00:29:04: Frau und hinten fehlt es.

00:29:05: Ich bin nicht immer glücklich.

00:29:06: Sagt er ja aber Herr was denkt ihr?

00:29:08: Ich darf euch dienen!

00:29:09: Ihr habt mir mit meiner Frau so ein schönes Haus geschenkt und überhaupt also.

00:29:13: der Mann ist froh.

00:29:14: das wohnt den König sehr Und er spricht mit seinem Minister und sagt er möchte wissen woran dass wohl liegen kann.

00:29:21: und dann sagt der minister weil er noch nicht in den Kreis der Neunundneinzig eingetreten ist.

00:29:27: Da kann ich sagen, was ist denn das?

00:29:29: Der Kreis da neunundundund und sagt, da kann ich euch nicht erklären!

00:29:31: Ich könne es euch zeigen meistät.

00:29:33: Am Abend trifft sich der König mit dem Minister und der Königs hat mitgebracht auf Anordnung des Ministers einen Beutel mit neunhundundneunzig Goldmünzen und die stellen sie dem Diener vor die Tür klopfen und verstecken sich.

00:29:46: Er macht die Tür auf, er holt das Beuteln rein, schüttelt, bringt's nach Hause also legts im Wohnzimmer auf ein Tisch.

00:29:52: Die Augen fallen ihm aus dem Kopf, die schleichen ans Fenster.

00:29:54: Sie gucken zu wie er da zählt und dingt und also überglücklich gold, gold, Gold!

00:30:00: Und dann macht er so zehn Erhäufchen und stellt plötzlich fest verdammter Mist.

00:30:04: Zehn, zwei, neun, neuneinzig es sind nicht hundert.

00:30:09: Pürzlich ist das Glück vorbei.

00:30:12: Plötzlich überlegt er sich Das kann nicht sein.

00:30:15: Wie ist verloren gegangen?

00:30:16: Dann suchte und am Tisch errennt noch mal raus.

00:30:18: er macht denkt er sich ist nicht da Er muss sie aber haben.

00:30:21: Er muss die Hundert haben, weil es müssen Hundert sein.

00:30:26: Hundert ist ein Ganzes.

00:30:28: und dann überlegt er sich schon was er alles tun kann wenn er jetzt Nachts noch arbeitet.

00:30:33: Die nächsten zehn Jahre lang, ob er diese eine Goldmünze noch zusammenkriegt damit's dann hundert sind.

00:30:38: Sie könnten auch am Essen sparen seine Frau zum Beispiel und Ideen hat der Kleiderkanner verkaufen.

00:30:44: sie brauchen doch nicht so viel.

00:30:45: Auch wenn da Winter hart wird genügt die Jacke.

00:30:47: der Mantel muss es nicht sein.

00:30:49: Und so verspint er sich immer mehr in diesem Netz wie dieses eine goldstück her geht.

00:30:54: Zum guten schluss ist er zerstört.

00:30:57: Da könne ich glücklich.

00:30:59: Denn er konnte nicht gut damit leben, dass da einer ist, dem es so wahnsinnig gut geht!

00:31:04: Weil er in den Kreis der Neunundneinzig eingetreten ist.

00:31:08: Diese Geschichte finde ich unglaublich stark, denn so viele von uns leben im Kreister Neuneinzig wo wir sagen ja Gut, ich habe den Roman Sohn so geschrieben.

00:31:19: Aber es muss... also der Bestseller das Wappal muss noch drauf sein.

00:31:24: vorher kann ich nicht glücklich sein.

00:31:27: oder die eine Stufe des nächsten Autos noch eines größer Sechstylinder muss auf jeden Fall sein.

00:31:35: oder Ich weiß nicht welche Beispiele du weißt.

00:31:37: wenn ich nur dass eine noch geschafft haben dann bin ich zufrieden.

00:31:42: Dann ist alles gut Was eine glatte Lüge ist.

00:31:44: Absolut!

00:31:45: Denn sobald du da ankommst, befindest du dich immer noch im Kreis der ninety-neunzig und es wird wieder eine Goldmünze fehlen.

00:31:51: Jetzt darfst du mir sagen wo findest Du?

00:31:53: Obwohl wir haben noch gar nicht über Abhilfe geredet aber das können wir danach machen.

00:31:58: Wo denkst du denn dass ich noch sehr... Ich fürchte mich ein bisschen.

00:32:02: Ja, ich bin gespannt was du dazu sagen wirst.

00:32:05: Aber ich sag's wie´s is´.

00:32:07: ich merke am Podcast Dass du

00:32:11: noch

00:32:12: teilweise perfektionistisch bist.

00:32:14: Und daran, das ist auch ein super gutes Beispiel um zu zeigen, Perfektionismus kann Vor- und Nachteile haben.

00:32:21: Weil

00:32:23: ich zeige das dann nachher.

00:32:29: Für die, die uns zuhören auf meinem Zettel steht oder mache einen Podcast aber das erkläre ich nachher, nein leg los!

00:32:38: Ich merke tatsächlich daran, wie wir den Podcast angehen.

00:32:42: Wer von uns sehr perfektionistisch veranlagt ist und wer

00:32:45: nicht?

00:32:46: Ich zum Beispiel bin jemand der es gerne etwas lockerer angeht.

00:32:51: nicht so stark auf die Folgen vorbereitet.

00:32:55: Ich mache mir ein paar Notizen, aber meistens nur so einen Tag maximal vorher, manchmal am selben Tag und dann denke ich mir, ach, schauen wir einfach mal was für uns erzählen!

00:33:03: So soll Podcast sein?

00:33:04: Du hast am Anfang sehr viel recherchiert, ähnlich wie bei den Büchern und jetzt hast du es bis hin zurückgefahren.

00:33:09: Ja, ich hab's zurückgefangen.

00:33:10: Aber auch das, was die Produktion des Podcasts angeht um immer so bisschen hinter die Kulissen zu gucken... Ich bin ja nicht viel am technischen Aspekt be- teiligt.

00:33:18: Teiligt vielen Dank!

00:33:20: sondern du und Papa, ihr macht es hauptsächlich mit der Kamera und dann mit dem Schneiden.

00:33:24: Und da macht er ja viel!

00:33:25: Und ihr... Vieles davon müsst ihr euch ja selbst erst mal drauf schaffen weil ihr das vorher noch nicht gemacht habt.

00:33:34: noch den Perfektionismus drin hast, weil du ja so oft zu mir sagst.

00:33:38: Du hast glaube ich auch schon im Podcast gesagt und wenn wir dann wieder eine Folge im Podcast... Wenn wir wieder ne Folge im Kasten haben oder wenn wir technisch was dazugelernt haben ... Dann geht's mir super!

00:33:53: Weil dann fühl' ich mich hier sicher, dann habe ich das Gefühl Ich hab da wieder was.

00:33:57: Ja, das ist aber mehr so meine Sammler-Mentalität.

00:34:00: Das ist so wie die Speisekammer vollmachen – ich glaube es ein bisschen was anderes!

00:34:04: Ich merke aber ganz deutlich und da wirst du mir jetzt schon recht geben dieses Streben nach Exzellenz was den Podcast anbelangt.

00:34:11: und da mein' ich mit Exzelenz nicht dass wir hier tun denn das muss locker sein am Anfang wie wir angefangen haben Am Anfang des Jahres XX, da habe ich ja noch die Klingel unten abgestellt.

00:34:23: Stell dir vor, das klingelt und wir sind mit netter Aufnahme sehr furchtbar!

00:34:27: Und hinten die Tür zugemacht zum Garten wo die Katzen immer reinkommen.

00:34:30: Stell mir vor, da bleibt plötzlich eine Katze läuft ja hier alles aus dem Ruder?

00:34:32: Das geht nicht, das mache ich alles nicht mehr weil ich lass das Leben klingeln und ich denke mir dass ist ja das Format Podcast Dinge passieren.

00:34:41: Was jetzt hinter den Kulissen, ich muss das sagen mit der ganzen Technik?

00:34:46: Ja da war ich schon mit großem Fleiß und Alpha dran aber das hat mir wilde Freude gemacht!

00:34:54: Da war überhaupt keine Angst.

00:34:56: Ich wollte es ja super gut machen toller Ton schönes Bild Aber aus pure Freude an der Sache Das war das erste Mal wo ich irgendwas beruflich wirklich fast das erste mal gibt noch eine Kleinigkeit davor Aber das war genau die Entwicklung der letzten zwei, drei Jahre.

00:35:13: Wo ich mir dachte, ich mach's nur aus Spaß

00:35:17: und was ich eben dazunach sagen wollte... Ich guck mir das oft von außen an und denke mir, boah jetzt sitzen die da zehn Stunden und machen das durch!

00:35:26: Ihr seid ihr seid auch sehr, also du und Papa ihr seid ja auch sehr gewissenhaft dieses.

00:35:30: Wir haben jetzt zum Beispiel nur zwei Tage.

00:35:31: wir müssen das jetzt noch voll kriegen.

00:35:33: Das heißt wir sitzen dann am Tag zehn Stunden Und machen unser Ding.

00:35:35: Ich denk mir von Außen oft wow Und dann diskutieren sie noch mal mit der KI und wie können wir das besser machen?

00:35:42: Man muss ja auch dazu sagen, dass ist gut.

00:35:47: Das macht unseren Podcast technisch gut!

00:35:51: Du hättest uns

00:35:51: gestern erleben sollen weil wir planen ja die Mega-Folge, die Abschlussfolge im Jahr zum Jahr zu dem Jahr.

00:36:00: Mit Special Guest kann man auch gerne immer wieder vorher einfließen lassen.

00:36:03: Sie weiß es schon... Und wir reden ganz kurz über Bücher, aber vor allem werden wir über Visionboards reden.

00:36:09: Die wir gemeinsam immer basteln kurz vor der Jahreswende also über Wünsche und Träume.

00:36:14: und ich sage immer imaginieren es heißt

00:36:18: Manifestieren.

00:36:20: So das heißt wir werden zu dritt sein.

00:36:21: Das ist für uns ja völlig neu.

00:36:22: so haben wir jetzt mal geschaut dass wir noch Mikrofon dazu kriegen und wie kriegt man dann drei Tonspuren zusammen?

00:36:31: Da saßen wir nämlich gestern gerade wieder dein Papa und ich Und irgendwas hat uns so gewurmt, es hat nicht funktioniert.

00:36:38: Der eine Sender ist immer leiser, leise, leiser... Ich weiß nicht wie lange wir gesessen sind drei Stunden oder so.

00:36:44: aber dieses Hochgefühl und diese Freude.

00:36:48: Wir waren danach beim Einkaufen bei Edeka.

00:36:49: ich war strahlend an den Regalen vorbei weil wir's geschafft hatten und plötzlich hat sie funktioniert und gesagt genau wir sind echt angeblieben ja und da habe ich dann auch zum Dieter gesagt ich lieb dich so dafür dass du die gleiche Ausdauerhaus, wenn ich so nen Wahnsinn irgendwie beginne und er damit dergleichen Ausdauertran ist.

00:37:10: Aber auch jetzt, wenn Ich es erzähle, hörst Du's schon?

00:37:13: Das Streben nach dieser Exzellenz ist einfach ne Freude!

00:37:16: Und irgendwie... Also ich muss das gerade für mich einordnen.

00:37:20: Ich hab' das Gefühl dieses Streben habe ich nicht so ganz.

00:37:25: Also mir ist das bisschen fremd.

00:37:27: Ich guck mir das offen auseinander Also alleine, also auf jeden Fall was diesen technischen Aspekt angeht.

00:37:34: Da liegt mein Interesse gar nicht.

00:37:36: Gar nicht weil ich mir da denke, da möchte ich nicht zehn Stunden sitzen.

00:37:40: aber die Freude unter anderem ist auch da weil das eben so gemeinschaftlich ist anders als beim Schreiben wo du da ganz allein warst und dir dachtest zehn Stunden sitze ich jetzt hier?

00:37:51: Das ist ein Gemeinschaftsprojekt und da kommt ja auch viel die Freuden für dich her.

00:37:55: und deswegen verstehe ich auch dass du sagst Für mich ist das nicht perfektionistisch,

00:37:59: weil es eben in

00:38:03: so viel Freude verbunden ist.

00:38:04: Hat

00:38:04: aber schon angefangen und das kannst du mir bestätigen?

00:38:07: Ich habe ja letztes Jahr einen Krimi geschrieben, einen Cosycrime geschrieben... Ohne Auftrag nach langer Zeit der Pause.

00:38:18: Einfach erst mal nur so für mich, ich hätte mir schon gedacht, das könnte eine total witzige Reihe werden und meine Agentin hat dann wie er fertig war zu mir gesagt und ich versteh das auch, Judith tut mir so leid, ich möchte jeden Hebel für dich belegen.

00:38:30: aber Cosy Crime da mag es total überschwemmt, dann spielts noch in Bayern und ist ein bisschen skurril auf die ganze Geschichte wir kriegen's nicht unter War dann für mich auch in Ordnung liegt jetzt in der Schublade.

00:38:39: Dann kam eben der Podcast und ich war schon irgendwie wieder ganz woanders Und das war für mich in Ordnungen.

00:38:44: Aber wie ich den geschrieben habe, und das kannst du ja jetzt... Wie ich den geschrieben habe, dachte ich mir.

00:38:52: So!

00:38:53: Ich schreibe jetzt was wo ich null recherchieren muss.

00:38:55: Völlig frei erdacht ein Ort den es nicht gibt Leute die ich mehr ausdenke.

00:39:00: Ich hab dir jede Szene vorgelesen.

00:39:01: du bist eine fantastische Lektorin Du bringst so auf den Punkt du hier fehlt etwas oder da könnte ich oder die Entwicklung super Spaß gemacht.

00:39:09: dann bin ich nochmal drüber über die Szene und dann war's aber auch gut.

00:39:13: Ja Und ich habe mich mit diesem Ding Auch wenns jetzt in der Schublade liegen freigeschrieben.

00:39:18: Ja, da hat es schon angefangen eine Entwicklung.

00:39:22: wir können jetzt gar nicht mehr darauf eingehen.

00:39:24: die Zeit reicht nicht.

00:39:25: was der Auslöser war dass ich mich vom dysfunktionalen Perfektionismus doch schon so ein gutes Stück weg bewegt habe

00:39:32: ja

00:39:33: reicht die zeit nicht.

00:39:34: nein sie reißt nichts Aber wir können... Wir

00:39:36: reden danach, du erstockt hast.

00:39:38: Ja?

00:39:39: Im Mache drückt man nicht stoppt das so und dann erzähle ich es dir mal.

00:39:41: Und Renu, ich erzähl's euch auch aber wir brauchen einfach ein bisschen mehr Zeit.

00:39:45: Aber ganz allgemein für Leute wie komme ich raus aus der Falle?

00:39:49: Erstens ihr müsst erkennen wenn es ein krankes Verhalten ist als dass euch nicht gut tut.

00:39:56: Also das ist schonmal der erste Blick, ich hab das nicht gesehen, wie ich da drin gesteckt bin, so richtig dringesteckt und seit dem Blutdruck Senker nehme.

00:40:04: Das macht dich ja auch krank, habe ich es nicht gesehen?

00:40:07: Erst später, erst rückblickend als schon so viel aufgelöst gewesen ist.

00:40:11: Und da gibt's ein paar Vorschläge

00:40:14: z.B.,

00:40:14: auch von Psychologen die sagen, bemühe dich zum Beispiel mal eine Woche die perfekte Woche zu machen.

00:40:21: Alles was du tust in dieser Woche alles vom Geschirr spülen bis zum Haushalt und Beruf und Gespräche hundert Prozent vermeintlich hundert.

00:40:30: und danach machst du die unperfekte Woche, in der alles so vor sich hinfließt.

00:40:33: Und dann vergleichst du die beiden mal?

00:40:36: Schaust auch zum Beispiel was hat mich die perfekte Woche gekostet diese Bilanz denn dieser Zeitglieder rein fließt.

00:40:43: ich bin ja auf dem fünf Uhr früh aufgestanden um noch irgendwie bis sieben schon Mal zwei Stunden gearbeitet zu haben.

00:40:47: das ist da nicht mehr gesund.

00:40:49: jeder von außen würde es auch sehen.

00:40:51: Du versuchst es zu verstecken.

00:40:53: Brie Wendercamp hat ihre Defizite auch

00:40:56: versteckt.

00:40:57: Die

00:40:58: dürfte keiner sehen, damit dieses Bild nach außen natürlich zu halten ist.

00:41:03: Aber du verkrollst deine Menschen?

00:41:05: Du hast keine Zeit mehr für Dinge die dir vielleicht noch wichtiger wären für das Persönliche, das Private, für die Entfaltung und all diese... Das bleibt ja alles auf der Strecke!

00:41:13: Also sowas?

00:41:13: Ich habe gesehen eine Übung in beschwingter Stümperei.

00:41:17: Na mach mal irgendwas.

00:41:19: Koch was oder Backenkuchen und zwar irgendwas wo du sagst, ich wollte jetzt immer schon mal ein Aquarell malen habe ich noch nie getan.

00:41:25: Hau was auf die Leinwand ohne dir vorher Gedanken zu machen!

00:41:29: Ich glaube mein Cosycrime letztes Jahr war eine Übung in beschwingter Stimmbarrei weil ich einfach nur Außenbauch raus und und hinter mit.

00:41:39: So was tut ganz gut!

00:41:40: Und Zeit verschwenden, und eine gute Übung ist auch paar Tage, wo du sagst ich gebe mich den ganzen Tag egal was mir begegnet schnell zufrieden.

00:41:50: Ich suche nicht noch das fünfundneunzigste Angebot von Amazon für Den Akku XY sondern die ersten drei und dann denke ich mir ja der passt nämlich Das sind alles Dinge wo man ein bisschen üben kann loszulassen, dass es perfekt sein muss.

00:42:07: Ja weil so eine gewisse Dankbarkeit beziehungsweise Genügsamkeit ist schon gut um den Perfektionismus vorzubeugen, weil wenn du nicht in diesem Kreis der Nr.

00:42:16: neunundneunzehnt bist dann bist Du ein sehr zufriedener Mensch!

00:42:20: Der Diener zum Beispiel ja er hatte nicht viel Geld aber er war total dankbar.

00:42:24: ich habe einen coolen Job Ich hab' eine coole Familie Wir haben einen Mantel und wir haben unser Haus und alles ist schön Und genau so.

00:42:31: dann warst du halt nicht im Ausland.

00:42:33: Dann hast du die G-Klasse, dann hast du nicht XYZ.

00:42:36: Wenn du trotzdem sehr dankbar bist für das was du hast, dann ist ja alles gut!

00:42:41: Und wenn du deinen Job als Mutter und egal in welcher Rolle man ist zu Achtzig Prozent gut machst... ...dann hast du verdammt alles richtig und alles gut gemacht.

00:42:52: Denn die Hunderts sind nicht zu erreichen.

00:42:54: Ich gehe schon mal ganz hobby die Flotte zu Zitaten.

00:42:57: Hast du auch mal welche?

00:42:58: Nein

00:42:59: Ich weiß, dass du welche mitbringst.

00:43:01: Du bist schlecht vorbereitet, wenn ich das mal sage...

00:43:04: Und es hat geklingelt!

00:43:06: Fantastisch wird jetzt trotzdem ignoriert, ne?

00:43:08: Weiß ich nicht.

00:43:09: Möchtest du aufmachen oder nicht?

00:43:11: Möchte wir

00:43:11: nicht aufmachen.

00:43:11: Wir

00:43:12: machen nicht auf.

00:43:12: Schade.

00:43:12: Und was

00:43:13: ist denn nur ein Paket erwartes?

00:43:14: Ich würde

00:43:14: jetzt gerne wissen, was in dem Paket is.

00:43:16: Können wir mal kurz heute ...

00:43:18: Heiße, Heute ist Sonntag.

00:43:19: Dann lass klingen okay

00:43:20: Das Perfekte ist der Feind des Guten

00:43:24: Hat

00:43:24: Voltaire gesagt

00:43:25: Ja, wenn's Voltair gesagt hat musst du stimmen Gut

00:43:27: ist gut genug Oder Man muss es nicht perfekt sein.

00:43:30: Und Tolstoy hat gesagt, wer nach Perfektion sucht wird nie zufrieden

00:43:34: sein.".

00:43:35: Ja das stimmt!

00:43:36: Weil sie nichts zu kriegen ist?

00:43:37: Ja

00:43:37: unterstütze ich.

00:43:38: So

00:43:39: dann würde ich sagen bevor wir uns verabschieden erzählst du was in der nächsten Folge dran ist?

00:43:44: Also da ich ja niemals gut vorbereiten nein also das kann man jetzt nicht mehr vorwerfen da wir noch kein Thema für die nächste Podcast-Folge haben.

00:43:52: und warum

00:43:52: haben wir noch ein Thema für den nächsten

00:43:53: Podcast-Solge?

00:43:53: Weil wir nicht vorbereitet sind

00:43:55: weil wir's einfach fließen lassen und

00:43:57: schauen Und es

00:43:59: anmutet, wenn's so weit ist.

00:44:01: Ja?

00:44:01: Wie Gladys Magari jetzt sagen würde mal schauen wo wir hinfließen

00:44:05: und damit verabschieden würden sie aus dieser Folge war schön dass ihr dabei wart.

00:44:09: Tschüss und bis zum nächsten Mal!

00:44:10: Machen wir das Paket.

00:44:11: auf achts kommt ja gar kein Paket.

00:44:13: aber wer will denn was von uns?

00:44:15: Hm ja... Das wird mich für immer verfolgen.

00:44:18: wer hat geklingelt?

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