Everwood – oder: Chancen der Transformation

Shownotes

In dieser Folge des Mutter-Tochter-Podcasts begrüßen die beiden Hosts, Mutter und Tochter, die Zuhörer zu ihrem zweiten gemeinsamen Talk, in dem sie sich – inspiriert durch Serien wie 'Everwood' – mit dem Thema Transformation und persönliche Veränderungen in verschiedenen Lebensphasen auseinandersetzen.

Besonders hervorzuheben sind die offenen, persönlichen Einblicke der Hosts in ihre eigenen Transformationsprozesse, die lebendige Diskussion über die Angst vor Veränderungen und wie diese überwunden werden kann, sowie die Verbindung von Serieninhalten mit realen Lebenssituationen; inspirierende Zitate und humorvolle Anekdoten sorgen für eine authentische, motivierende Atmosphäre.

Zum Abschluss ermutigen die Hosts ihre Zuhörer, Veränderungen mit Mut, Geduld und Humor zu begegnen, kündigen weitere Episoden an, in denen sie ihren gemeinsamen Weg dokumentieren, und laden dazu ein, ihnen auf YouTube und Instagram zu folgen, um Inspiration und persönliche Einblicke zu erhalten.

Transkript anzeigen

00:00:03: Stopp mal, der Mutter-Tochter-Talk.

00:00:06: Beim Serien-Binchen und Filme schauen, die Stopptaste drücken und quatschen.

00:00:11: Weil uns vom Bildschirm gerade was anspringt.

00:00:13: Dass uns irgendwie an

00:00:14: uns erinnert.

00:00:15: Machen wir ständig.

00:00:19: Zwei Generationen.

00:00:20: Und zufällig verwandt.

00:00:23: Hallo, ihr Lieben.

00:00:24: Wir begrüßen euch zu unserem zweiten Mutter-Tochter-Talk.

00:00:29: Bania ist meine Tochter Sophie.

00:00:30: Hallo.

00:00:31: Und heute geht es um welches Thema?

00:00:35: Transformation.

00:00:36: Also heute reden wir ein bisschen darüber, was passiert, wenn man sich selbst transformiert, wenn man vielleicht in einen neuen Lebensabschnitt reinkommt, entweder weil man muss oder weil man möchte, wie man das machen kann.

00:00:47: Ich hoffe, man achten muss.

00:00:49: Und das natürlich auch nicht grundlos oder total unmotiviert, denn ihr habt es ja vielleicht schon mitbekommen.

00:00:54: Wir zwei.

00:00:55: Wir gucken unglaublich viele Serien an.

00:00:59: Und filmen natürlich auch und unterbrechen ständig.

00:01:03: Ständig hat eine diese Fernbedienung in der Hand und sagt, weil wir ganz dringend über irgendwas reden müssen, was da gerade passiert.

00:01:11: Deswegen kann mit uns auch niemand Fernsehen.

00:01:14: Verstehe ich.

00:01:15: Wir sind da vermutlich unerträglich.

00:01:16: Ja, ganz genau.

00:01:18: Und da dachten wir, da machen wir es einfach ein Podcast raus und nehmen euch mit auf unseren Fernsehsessel.

00:01:23: oder also ihr denkt mal so, ihr sitzt hier quasi zwischen uns.

00:01:27: Und hätten heute eine Serie dabei, die ich ganz besonders liebe.

00:01:33: Und bietet sich auch sehr an, so lange es noch halbwegs winterlich ist.

00:01:37: Ja.

00:01:37: Schönes Szenari.

00:01:38: Genau.

00:01:39: Also Sophie und ich stehen ja ganz besonders auf Serien, die im Winter spielen, bzw.

00:01:45: die Allee-Jahreszeiten durchmachen, so wie eben Gilmore Girls auch.

00:01:50: Aber besonders lieben wir dann die Winterfolgen.

00:01:52: Und was ich so nett finde, ich habe ja auch bei Everwood.

00:01:56: Aber wut, über das wir heute sprechen werden, lange nicht gemerkt, dass der Winter oft auch fake ist.

00:02:03: Ja.

00:02:05: Weil ich mir den Schnee so sehr wünsche, dass du ihn mir wirklich in jeder Form verkaufen kannst, selbst wenn du irgendwo weiße Matten und Styropor regnen lässt.

00:02:14: Du,

00:02:14: das tun sich die meisten Leute in die Wohnung.

00:02:16: Herrlich.

00:02:18: Ich habe mir einen Spray gekauft, das macht Eisblumen ans Fenster.

00:02:21: Ja, kennst du.

00:02:22: Es ist

00:02:23: wunderschön.

00:02:25: Und dein Papa hätte mich fast umgebracht, als Weihnachten vorbei war und er das wieder runterkratzen musste.

00:02:33: Es geht echt nicht mehr ab.

00:02:34: Wir schweifen ab, bevor wir überhaupt angefangen

00:02:37: haben.

00:02:37: Ja, aber Schnee ist auch ein schönes Thema.

00:02:38: Das ist ein Dauerbrenner.

00:02:41: Wir sprechen heute über Everwood.

00:02:44: Ich finde es natürlich über Transformation, aber was ist Everwood?

00:02:48: Also für diejenigen, die die Serie nicht kennen.

00:02:52: Wir haben Dr.

00:02:53: Andy Brown, der ist Neurochirurg, ein weltberühmter Hirnchirurg in New York.

00:02:59: Glücklich verheiratet, wobei seine Frau sieht es ein bisschen anders, denn er ist natürlich nie da, als Neurochirurg.

00:03:04: Die Arbeit steht über allem.

00:03:07: Zwei Kinder, die kleine Delia, die ist neun, und Ephraim, ein Klavierwunderkind, der müsste so vierzehn, fünfzehn, glaub ich sein, als die Serie beginnt und was passiert.

00:03:22: Ich dachte, du wolltest jetzt den Cliff filmen, weil du es hier ... Nee,

00:03:24: das darfst du sagen.

00:03:26: Ich darf jetzt sagen, dass deine Frau stirbt.

00:03:28: Ja.

00:03:28: Danke, ich fühl mich geehrt.

00:03:29: Im Übrigen ist es ja ... Weißt du gerade, wie die Schauspielerin Brenda Strong stirbt?

00:03:33: Brenda Strong, ja.

00:03:34: Die stirbt

00:03:34: ja immer.

00:03:35: Ja, wie in The Spirit Housewives.

00:03:36: Genau.

00:03:37: Ich weiß nicht, ob es Leute gibt, die ein Gesicht haben, wo sich alle denkt, mir, die stirbt.

00:03:41: Und ich glaube sogar in der neuen Verfilmung von Dallas in der Serie ... Stimmt sogar auch.

00:03:45: Ich will jetzt nicht lügen.

00:03:46: Ich glaube auch Spoiler, übrigens Spoiler Alert für alle, die sind uns nicht sicher, aber die Frau stirbt öfter.

00:03:53: Naja, und Andy zieht darauf hin

00:03:57: mit seinen Kindern aus New York weg.

00:03:59: Die vier größere Umstellung ist meiner Meinung nach, dass er vor allem seinen Hauptberuf, also das was er am Allerallern Westen kann, seine Kunst quasi aufgibt, die Karriere hinschmeißt.

00:04:11: um mit seinen Kindern nach Colorado zu ziehen, eben nach Everwood, in so ein ganz kleines, lauschiges Nest in den Bergen und dort den alten Bahnhof kauft und renoviert, der natürlich schon sehr lange leer steht.

00:04:26: Und schlägt dort auf und das ist jetzt quasi sein neues Leben, nicht nur für ihn, sondern natürlich auch für seine Kindern.

00:04:32: Es ist eine... krasse Transformation, die in da eralt.

00:04:36: Besonders weil er in der Vaterrolle ja nie so aktiv war, weil er ja nur gearbeitet hat.

00:04:41: Genau.

00:04:42: Und dass man dann mitkriegt, wie er auch das erste Mal Vater wird, besonders weil er dann alleine erziehen der Vater ist.

00:04:47: Ja,

00:04:47: genau.

00:04:48: Das

00:04:48: ist ja auch sehr spannend.

00:04:48: Also auf jeden Fall viel Transformation, viel Neubeginn bei ihm.

00:04:53: Und warum interessiert uns das?

00:04:54: Weil es spannend ist.

00:04:55: Nein, Spaß.

00:04:56: Weil wir beide auch gerade so ein bisschen in eine neue Lebensphase starten.

00:05:01: Lustigerweise zeitgleich.

00:05:03: Ein lustiger Weisezeit, wobei ich glaube, dass das ja immer wieder passiert, dass man ... Transformation ist ja kein Thema, wo man sagt, ah, jetzt mit neunundfünfzig Jahre alt ist mich, die berühmte Midlife Crisis kennt man ja auch.

00:05:17: Hat das

00:05:17: noch eine Midlife Crisis?

00:05:19: Da muss ich jetzt

00:05:20: echt überlegen.

00:05:21: Ich glaube nicht, ich denke aber, dass die sich heutzutage sowieso, weil wir ja immer älter werden, freundlicherweise, nach hinten schieben.

00:05:28: Also du hast den noch vor dir?

00:05:29: Vielleicht ist sie das jetzt

00:05:30: gerade so.

00:05:30: Ach so, glaubst du jetzt so stark ein Podcast, das ist dein roter Porsche?

00:05:34: Ja, du wirst mal gucken.

00:05:35: Also

00:05:35: da kommen wir heute noch drauf.

00:05:38: Erzähl doch mal, was wäre jetzt deine Transformation, die ansteht?

00:05:42: Also meine Transformation, die ansteht, ist, dass ich bald mit meinem Studium der Kunstgeschichte fertig bin.

00:05:47: Ich schreibe gerade meine Maße Arbeit und wenn die hoffentlich gut durchgeht.

00:05:50: Dann habe ich mein Master geschafft.

00:05:52: und dann ist die Frage, mache ich noch den Doktor oder mache ich ihn nicht oder mache ich ihn später.

00:05:56: Und dann starte ich das erste Mal und abhängig von Praktika so richtig ins Arbeitsleben, werde dann auch irgendwann ausziehen.

00:06:04: Das

00:06:05: servierst du mir letzt hier, wenn wir gerade so nett beieinander

00:06:08: sind.

00:06:08: Ja, genau.

00:06:09: Und da passieren ganz viele neue Dinge.

00:06:11: Das erste Mal arbeiten, das erste Mal woanders wohnen, da wird viel passieren.

00:06:16: Und du bist ja auch gerade so ein bisschen in der Phase, wo sich viel ändert.

00:06:19: Nicht nur, weil die Kinder dann alle ausziehen und so.

00:06:21: Sorry, dass ich noch mal... Ja,

00:06:23: boah nur nach, tritt's noch mal drauf.

00:06:26: Das ist interessant, weil deine neue Lebensphase, die eben eine gewisse... Na ja, doch eine ganz heftige Transformation.

00:06:34: Also Veränderung deiner selbst verlangt, damit du das natürlich auch alles stemmen kannst.

00:06:40: Kommt aus dem Wachstum heraus.

00:06:43: ganz klar bei jungen Leuten in der neuen Lebensphase neue Aufgabengebiete.

00:06:48: Und bei mir, ich bin ja jetzt an dem Punkt, wo das ja fast schon umgekehrt ist.

00:06:52: Man darf sich da nur nicht zu sehr drin verlieren.

00:06:56: Das heißt, die Dinge gehen zu Ende.

00:06:58: Und bei mir war das tatsächlich so, dass ich jetzt seit zwei Jahren das Gefühl habe, die Dinge gehen überhaupt nur noch zu Ende.

00:07:06: Alles geht zu Ende.

00:07:07: Ich habe mich jetzt zwei Jahre lang wirklich darin gebadet und habe auch, glaube ich, viel genorgelt.

00:07:13: Also nur so ein paar Beispiele, um das zu illustrieren.

00:07:16: Beruflich natürlich auf der einen Seite.

00:07:18: Ich bin ja Sprecherin beim Bayerischen Rundfunk und bin im Funkhaus.

00:07:22: Wir haben zwei Arbeitsstätten in Fremannes das Fernsehen und mitten in der Stadt in München am Hauptbahnhof in der Nähe ist das Funkhaus, also Hörfunkradio.

00:07:32: Und da bin ich schon als kleines Kind mit meinem Vater gewesen.

00:07:35: In seinem Büro gesessen, durch die Gänge geflitzt, da habe ich als Kind angefangen, im Studio zu arbeiten, die ersten Kinderfunksendungen gemacht.

00:07:42: Da bin ich jetzt seit fünfzig Jahren, das ist ohne Übertreibung.

00:07:47: Und dabei

00:07:47: bist du erst

00:07:48: v.a.?

00:07:48: Und dabei

00:07:49: bin ich erst v.a.

00:07:50: Das muss man mal schaffen.

00:07:51: Und das Funkhaus des bayerischen Rundfunks, das kann man ja erzählen, sperrt jetzt zum Ende des Jahres zu, weil der ganze Hörfunk eben auch zum Fernsehen dazu geschlagen wird.

00:08:02: Alle Mitarbeiter kommen darüber, kommen nach Freimann.

00:08:05: Für mich... macht da nicht nur eine Arbeitsstätte zu für mich und viel meiner Kollegen, viele.

00:08:13: Ist das ein zweites Zuhause?

00:08:15: Weil das ist ja auch eine Familie.

00:08:16: Die Familie zieht mit, Gott sei Dank, aber es ist mein zweites Zuhause.

00:08:20: Ich bin ein sehr ortsverbundener Mensch.

00:08:23: Heimat hat für mich viel mit Ort zu tun und das macht zu.

00:08:26: So ist nur... Eine kleine Sache, dann sind irgendwelche Sendungen, die man dreißig Jahre lang gemacht hat, auch woanders hören plötzlich auf, dann ist dein Bruder, dein Zwillingsbruder, der Niklas ist in diesem Jahr ausgezogen, dein Papa, mein Mann geht jetzt dann in Pension.

00:08:42: und es waren so viele Dinge und ich habe aber den Blick auch nur dahingerichtet, nur was alles nicht geht, Absagen, Dinge, die nicht funktionieren.

00:08:53: und dann habe ich mich gedacht, nee, also jetzt kann man weiter nörgeln.

00:08:57: und sich als Opfer der Umstände sehen, ist fast bequem.

00:09:00: Eben bist du ja auch, also, ja.

00:09:02: Ja, aber das will ich nicht sein.

00:09:04: und dann dachte ich, nee, jetzt such ich doch in der Veränderung, die stattfindet, in den vielen Veränderungen such ich einfach mal die Chancen.

00:09:14: Und das ist jetzt meine Transformation.

00:09:15: Also die kommt eben, wie gesagt, nicht aus dem Wachstum, das du erlebst, sondern eigentlich, das ich jetzt grob gesagt, aus dem Niedergang.

00:09:23: Aber ich glaube, daraus kann wahnsinnig viel entstehen.

00:09:27: Weil wenn du eben Andy Brown anschaust, das ist ja auch tiefe Trauer und Verzweiflung, also ein Leben ist zerbrochen und das ist der Anschub für ihn, jetzt habe ich hier Krach gemacht mit meinem Kärtchen, der Anschub für ihn, dass er das an Neue anfängt.

00:09:42: Ja, dann das ist doch schön und inspirierend.

00:09:46: Oder?

00:09:46: Wir schlafen gerade in so eine neue Phase rein.

00:09:48: Wir haben jetzt ein Projekt, das wir zusammen machen, was fast so ein bisschen symbolisch für uns ist, dass jetzt was Neues kommt.

00:09:54: Das ist meine allergrößte Freude.

00:09:56: Ein Kollege hatte dann gesagt, mach doch einen Podcast mit deiner Tochter.

00:10:00: Und irgendwas in mir hat zu Leuchten angefangen.

00:10:03: Und ich dachte mir, oh, das ist ja mal eine schöne Idee.

00:10:07: Und ich entbrenne jetzt nicht gleich irgendwie schnell für alles.

00:10:09: So wie in der letzten Folge, wo du für alles gebrannt hast.

00:10:12: Das ist ein Insider.

00:10:13: Hört rein, selber rein.

00:10:16: Nein, aber dass ich die Möglichkeit habe, ich muss niemanden fragen, ob ich das machen darf.

00:10:20: Es ist ein Familienprojekt.

00:10:22: Es ist etwas, wo ich eben dein Papa hier, also hinter der Kamera, hallo, für diejenigen, die uns auf YouTube zuschauen, die anderen auch der Ton und alles, also Technik ist der Dieter.

00:10:34: Und dass man das auch in der Familie machen kann, das sind Möglichkeiten, wo man sagt, jetzt könnten wir auch nicht machen, wenn er jetzt nicht bald in Pension ging und dann auch einfach mehr Zeit hätte.

00:10:43: Krisen, scheinbare Krisen, Bergen auch Chancen.

00:10:46: Mhm.

00:10:46: Aber man hat erst, also ich, erst mal Angst.

00:10:50: Mhm.

00:10:50: Du hast auch Angst.

00:10:52: Also, ich möchte dazu sagen, ich hab ja vorgefühlt allem Angst.

00:10:56: Besonders neue Dinge fange ich lieber gar nicht an, anstatt dass sie falsch gemacht werden oder, oder dass ich diese Angst irgendwie durchlaufen muss, mach ich lieber am liebsten gar nichts.

00:11:07: Aber, als du mir gesagt hast, was hättest du davon, wenn wir ein Podcast machen, dachte ich mir, Ja, kann man ja eigentlich machen, oder?

00:11:13: Das war so eine der wenigen Dinge, wo ich mir... Also, ich habe da auch keine Pro- und Kontra-Liste geschrieben.

00:11:19: Ich habe nicht gesagt, ich komme da später noch mal zurück.

00:11:21: Ich lass mir das erst mal durch den Kopf gehen.

00:11:22: Das war einfach, ja, lass doch mal machen.

00:11:25: Und das ist eigentlich ungewöhnlich für mich.

00:11:26: Und ich glaube, das ist ein gutes Zeichen, hoffentlich.

00:11:28: Ja, okay.

00:11:29: Oder?

00:11:29: Ja, ja, klar.

00:11:30: Ja.

00:11:31: Nun, haben wir den Fokus sehr auf dem... auf dem Beruflichen, glaube ich, auf dem Machen.

00:11:36: Bei mir sind es viele private Anteile natürlich auch.

00:11:40: Was für Transformation gibt es denn überhaupt?

00:11:42: Es gibt unterschiedlichste Transformationen.

00:11:45: Du kannst ja alles transformieren.

00:11:47: Du kannst was Äußerliches transformieren, wie welchen beruflichen Weg du gehst, wenn du deinen Job änderst.

00:11:53: Du kannst aber auch transformieren, wie du deine Beziehungen fühlst, was für Beziehungen du überhaupt hast.

00:11:58: Du kannst vor allem auch innerlich viel transformieren, was für ein Mensch du bist, wie selbstbewusst du bist, wie du dich nach außen präsentierst.

00:12:08: Weißt du, wie du auftrittst, du kannst ja gefühlt alles transformieren.

00:12:11: Ich glaube im Übrigen sowieso, dass die innere und äußere Transformation immer gleichzeitig stattfindet.

00:12:17: Ich glaube, es gibt nicht das eine ohne das andere.

00:12:19: Weißt du, was ich meine?

00:12:20: Also, wenn du etwas im Außentransformierst, wie ich ernähre mich jetzt gesund und mache mehr Sport, dann mach das ja innerlich was mit dir.

00:12:28: Und weißt Mercer.

00:12:30: Also, das ist ja...

00:12:31: Das ist diese Sache im NLP, da haben wir schon mal darüber gesprochen.

00:12:34: Neurolinguistisches Programmieren klingt klug, gell?

00:12:38: Ja, das ist auch klug, ne?

00:12:39: Ja, ich

00:12:40: habe mich mal irgendwie sehr intensiv damit beschäftigt.

00:12:42: Das ist nämlich ganz spannend.

00:12:44: Und da ist zum Beispiel eine Methode im neurolinguistischen Programmieren ist, wenn du irgendetwas unbedingt schaffen oder erreichen willst, wenn man es jetzt ganz banal, ich will diese fünf Kilo abnehmen, dann werde ich die tollen Klader tragen.

00:12:57: Dann trage doch die tollen Kleider gleich, dann trägst du ja halt in zweiundvierzig oder in sechsundvierzig ist es doch völlig wurscht.

00:13:02: Es gibt so schöne Mode in jeder Größe und es sieht immer gut aus.

00:13:05: Es sieht immer besser aus, als wenn du dir irgendein Sack drüber hängst, weil du verstecken möchtest, dass du vermeintlich, das wollen wir mal betonen, denkst, dass du vielleicht zu viel Speck auf der Hüfte hast.

00:13:17: Zieh doch die tollen Sachen gleich an und es wird echt was passieren mit euch.

00:13:22: Wenn du dann auf die Straße rausgehst, es drehen sich nämlich Leute um und freuen sich.

00:13:27: Oder weil du weiß ich nicht, die Haare gemacht hast, das klingt so oberflächlich.

00:13:32: Aber darunter verbirgt sich eben, wie du sagst, verbirgt sich wahnsinnig viel, was mit dem Menschen gleichzeitig passiert.

00:13:41: Du kriegst auch sofort andere Rückmeldungen.

00:13:44: Du kriegst ja schon andere Rückmeldungen, wenn du nur innerlich irgendwie es schaffst, ein bisschen mehr Stärke zu zeigen, ein bisschen mehr Selbstbewusstsein.

00:13:55: Und nicht, ich kenne das so mit dem Blick immer ein bisschen auf dem Boden gerichtet und nicht auffallen wollen.

00:14:00: Und wenn du anders in den Raum kommst, kriegst du auch eine ganz andere Rückmeldung, was ich mir ganz spannend empfinde.

00:14:07: Also mir ist auch aufgefallen mit... mit Freunden, mit Kollegen, mit eigentlich mit jedem.

00:14:12: Es kommt manchmal gar nicht darauf an, was du sagst.

00:14:15: Es kommt darauf an, wie du sagst.

00:14:17: Wenn du jetzt richtig apologetisch bist, dann ja, es tut mir so leid und sorry.

00:14:21: Kannst du das Wort für mich übersetzen?

00:14:23: Apologetically.

00:14:25: Da hält man halt so ein bisschen kleiner, ne?

00:14:27: Also ja, sorry, es tut mir so leid und ah, Mann, ich muss das jetzt trotzdem mal sagen.

00:14:34: Zum Beispiel, wenn es darum geht, keine Ahnung.

00:14:36: Beispiel, du bist jemand, der nicht... so gern weggeht.

00:14:40: Oh ja?

00:14:41: Ja.

00:14:41: Also ich bin

00:14:42: jemand, der nicht gerne weggeht.

00:14:43: Ich weiß,

00:14:44: geht mir auch so.

00:14:45: Es ist ja was völlig unterschiedliches, ob du sagst, ja, es tut mir leid, ich bin einfach nicht so, ich schäme mich jetzt auch zu sagen, wie ich gehe gar nicht so gerne raus und so.

00:14:54: Was ganz anderes, wie wenn du einfach sagst, ach ja, ich wünsche euch mega viel Spaß, ne?

00:14:58: Ich bleibe ehrlich gesagt lieber zu Hause oder ich werde da jetzt auch nicht wahnsinnig alt, aber ich wünsche euch mega viel Spaß und Punkt, weil wenn du Dein Subtext ist ja ich Zweifle selbst daran, ob ich das jetzt sagen darf oder nicht.

00:15:12: Und da graben sich Leute dann natürlich auch rein und haben dann das Gefühl, sie dürfen dir widersprechen, weil sie dich da ein bisschen erschwach waren eben.

00:15:20: Und dann halt sagen, ja, aber guck mal und das, also das gehe ich ja ganz anders.

00:15:24: Das glaubst du ja selbst nicht und so.

00:15:26: Es lohnt sich das zu lernen, ein bisschen stärker seine Meinung zu vertreten.

00:15:29: Aber das kann man natürlich nicht von Anfang an machen.

00:15:31: Ja, also ich habe da lange hingearbeitet und jetzt mit neunundfünfzig habe ich die ersten zehn Prozent schon geschafft.

00:15:37: Das ist doch was.

00:15:38: Na ja, es sind wenigstens

00:15:41: zehn Prozent mehr als vorher.

00:15:42: Es sind zehn

00:15:43: Prozent mehr als vorher, ganz genau.

00:15:45: Das ist ja auch so ein Unterschied.

00:15:47: Also wir haben jetzt gesprochen über ... Transformation klingt doch sehr groß und bei uns ist es ja auch so, wirklich ein ganz neuer Lebensabschnitt ins Berufsleben eintreten.

00:15:57: Ausziehen von zu Hause oder das Berufsleben geht zu Ende und du musst dich... Oder du darfst dich.

00:16:04: Du darfst dich neu erfinden.

00:16:05: Du musst dich ja nicht neu erfinden, denn du könntest ja Dr.

00:16:08: Andy Brown in Everwood, er hätte ja genauso gut in New York bleiben können.

00:16:15: Hat irgendwie ein, zwei Hausangestellte, die putzen und sich um die Kinder kümmern.

00:16:19: Und er bleibt der große Neurochirurg und verändert sich eben nicht.

00:16:22: Wir müssen uns ja nicht verändern.

00:16:25: Warum tun wir es trotzdem?

00:16:27: Ich glaube, der einzige Grund, wieso Leute sich nicht verändern, ist, dass sie entweder Angst haben oder dass es bequem ist.

00:16:33: und auch quasi evolutionär gesehen macht es natürlich Sinn, dass wir uns nicht verändern wollen, weil wenn wir jetzt mal so an Steinzeit, Mentalität denken, alles, was wir kennen, alles, was sicher ist oder alles, was wir kennen, ist sicher.

00:16:45: Da wissen wir, okay, die anderen wollen mich nicht umbringen, hier sind keine wilden Tiere, dieses Essen kann mich nicht vergiften, hier bleibt es warm und trocken, es ist ja wichtig und alles, was wir nicht kennen.

00:16:55: machen wir eher nicht, weil wir sind uns ja unser Gehirn ist nicht ganz sicher, was das, wenn wir doch sterben, könnte ja sein.

00:17:01: Es ergibt ja Sinn, aber heute haben wir natürlich nicht mehr die Gefahren, die wir damals hatten und deswegen glaube ich, wir verändern uns nicht entweder aus Angst oder weil faul ist jetzt ein bisschen gemeines Wort, aber weil, du weißt, was ich meine, ne?

00:17:15: Aber es kann sich wahnsinnig lohnen und ich glaube, man muss aber auch erst mal in diese Gewohnheit kommen, neue Dinge anzugehen.

00:17:23: und sich zu verändern und offen zu sein für die Entwicklungen.

00:17:26: Das ist ja eine Haltung.

00:17:29: Offen zu sein für alle neuen Dinge, die kommen.

00:17:33: Ich habe da diesen Ausspruch, der Buddha zugeschrieben wird, der Schmerz liegt nicht in der Veränderung selbst, sondern im Widerstand dagegen.

00:17:42: Und ich glaube schon, dass ich das auch so spüre, weil das war eben diese zwei Jahre.

00:17:47: Ja, man, alles geht zu Ende.

00:17:49: Aber der eigentliche Schmerz liegt ja nur in der Angst und dem Widerstand und in dem Wegschieben wollen, in dem Moment, wo du ins Annehmen kommst und dann vielleicht sogar eine Vision hast oder auch nur eine diffuse Vorstellung und ins Machen gehen kannst.

00:18:07: Dann kommt ja auch diese leichte Euphorie, die mitspielt, dann ist das Ungewisse plötzlich auch irgendwie ein bisschen aufregend und gar nicht mehr nur beängstigend.

00:18:17: Also das ist ja schon ein Weg, wenn man den mal, also wenn man diese Brücke, diese Hürde mal genommen hat, dann kann sich das ja schon auch total spannend anfühlen.

00:18:28: Du bist ja dann auch nicht mehr Opfer von dem, was um dich herum passiert, sondern du bist aktiver Teil, nicht mal aktiver Teil, du bist ... der aktive Teil und einzige Teil, der dein Leben selbst gestalten kann.

00:18:42: Das hat ja was sehr Mächtiges.

00:18:43: Gibt

00:18:44: ja so Leute, die kennen wir beide, die dann ständig jammern, also so wie ich in den letzten zwei Jahren, aber halt im Jammern hängen bleiben.

00:18:52: Ja,

00:18:52: also sagen, das geht nicht oder jenes nicht oder das funktioniert nicht und das geht über Jahre und du hörst hier immer wieder die gleichen Geschichten an und denkst dir halt dann schon irgendwann jetzt.

00:19:04: Bring halt mal deinen Hintern hoch

00:19:06: und tu irgendwas,

00:19:08: um die Situation zu verändern.

00:19:10: Ja.

00:19:11: Es ist halt letzten Endes schade, weil du dein Potenzial halt nicht so ausschöpfst.

00:19:16: Ja, das ist ja der ... der ... der Segen der ... der Veränderung.

00:19:22: Also auch wenn außen sich was verändert, dass wir neue Möglichkeiten entdecken.

00:19:27: Und dass wir auch Versionen von uns selbst werden, die wir davor nie für möglich gehalten hätten.

00:19:31: Also das können auch ... Minuziös kleine Sachen sein.

00:19:34: Ich zum Beispiel lese jetzt sehr viele Literaturklassika aus dem neunzehnten Jahrhundert.

00:19:41: und das Jugendliche.

00:19:42: Ich hatte immer von mir so ein bisschen das Bild.

00:19:44: Ich habe mich sehr auf eine Rolle festgelegt.

00:19:46: Ich bin die.

00:19:47: Also oberflächlich klingt jetzt dumm, weil ich war ja immer schon sehr empathisch, aber dadurch, dass ich mich auch gerne fertig gemacht habe und schon hergerichtet habe, dann haben wir viele Filme und Serien geguckt.

00:19:57: Ich dachte halt, ich bin eher die, die Filme und Serien guckt oder wenn sie mal was liest, dann liest sie nur Fanfiction.

00:20:03: Ich dachte immer, ich bin nicht die, die jetzt über Politik diskutiert, die Nachrichten so krass verfolgt oder eben über Literaturklassik aus dem neunzehnten Jahrhundert diskutieren könnte.

00:20:14: Außerdem haben sie dir diesen Spitzenamen gegeben.

00:20:16: Ja.

00:20:17: von, wenn wir darauf eingehen.

00:20:18: Nur ganz

00:20:19: kurz.

00:20:20: Ja, also es gab mal, es war auch nicht böse gemeint von ihnen, aber es gab mal eine Unterhaltung mit meinen Freundinnen, wo wir geklärt haben, wer welches Tier ist und kleine Ambritschlaut und naja, auf jeden Fall, jeder hat irgendwie ein cooles Tier bekommen.

00:20:36: und dann wurde zu mir gesagt, also zuerst wurde gesagt, wie ein Mops, weil die so süße.

00:20:40: Ja, weil die auch so große, treu-dove Augen haben.

00:20:44: Und ich dachte mir, ich will aber nicht aus den Nobs.

00:20:47: Man hätte auch resagen können.

00:20:48: Hätte man resagen können.

00:20:50: Ist aber nicht passiert.

00:20:52: Und dann haben sie gesagt, aus Spaß, aber es hängen geblieben als Kind oder als frühe Jugendliche.

00:20:58: Ja, du bist jetzt ein Gupi, weil der Gupi ist der dümmste Fisch im Meer.

00:21:03: Was hast du denn für Freund

00:21:04: gehabt?

00:21:05: Also ... Ich bin auch noch mit neunundneunzig Prozent von denen befreundet.

00:21:09: Das war sicher nicht böse gemeint.

00:21:10: Aber der Spitzname ist hängen geblieben.

00:21:12: Du hast mich ja dann auch guppi genannt.

00:21:14: Nein.

00:21:14: Doch, du hast es auch immer zu mir gesagt.

00:21:16: Nein, doch, leider schon.

00:21:18: Ich möchte entschuldige.

00:21:19: Ich unterbreche an der Stelle.

00:21:20: Wir stoppen.

00:21:21: Ja,

00:21:21: stopp mal.

00:21:22: Ich möchte an der Stelle sagen, das kennen alle Eltern.

00:21:27: Die Kinder haben sich rückwirkend parallel Welten aufgekrankt.

00:21:31: Da erzählen sie mir, interessanterweise auch dein Zwillingsbude,

00:21:34: erzählen

00:21:35: mir Dinge, die in der früheren Kinderstadt gefunden haben, von denen ich beschwöre, dass das ... nie so gewesen ist.

00:21:43: Aber lass uns das doch einfach mal so stehen.

00:21:45: Lass

00:21:46: uns das so stehen.

00:21:46: Egal, auf jeden Fall.

00:21:48: Bist du

00:21:48: aus dem Goldfischglas entschliegen?

00:21:50: Ich bin entschliegen.

00:21:52: Ich bin zu einer anderen... Ich bin kein kleiner Fisch mehr.

00:21:56: Und jetzt habe ich kein Problem, damit Literaturklassiker zu lesen oder in der Uni in meinem Master Vorträge zu halten oder andere sagen, es war ein super Vortrag.

00:22:05: Also, mein Bild von mir selbst ändert sich langsam, aber das dauert einfach nur weiter.

00:22:11: Rissen.

00:22:11: Und das sind ja auch kleine Transformationen, da sagt man so, naja, also.

00:22:15: Früher war ich keine Leserate und jetzt lese ich Bücher.

00:22:18: Klingt nach so wenig, aber es steht immer so viel dahinter, weil damals war der Subtext.

00:22:22: Ich fühl mich dumm und klein und jetzt ist der Subtext.

00:22:25: Ich halte was auf mich und meine Intelligenz und meine Meinung mehr als vorher.

00:22:29: Da steckt immer so viel dahinter.

00:22:31: Ist mit Mode ist ja was Ähnliches,

00:22:33: ne?

00:22:34: Ja, das kenne ich und das ist ein großes Thema für uns, aber das ist ehrlich ein Thema für zehn neue Folgen.

00:22:40: Aber wir haben ja vorher mal ganz kurz im Einstieg gemacht, was können Klamotten für dich tun?

00:22:46: oder was sagt es über dich aus, wenn du dich plötzlich draußen Hut aufzusetzen?

00:22:50: Du weißt das unten in meiner Garderobe?

00:22:53: Ich weiß nicht, wie viele Hüte habe

00:22:54: ich.

00:22:55: Du hast schon aussortiert, aber es sind schon so fünf, sechs, sieben.

00:22:58: All locker.

00:22:59: Und dann kommen noch mal so viele Sommerhüte und Winterhüte.

00:23:02: Genauso ist es mit Schuhen.

00:23:03: Ich habe in meinem Schuhschrank ganz oben stehen vier oder fünf paar High Heels.

00:23:09: Die habe ich noch nie angehabt.

00:23:11: Die sind wunderschön.

00:23:13: Den konnte ich nicht widerstehen.

00:23:14: Und ich sehe mich auch in diesen High Heels.

00:23:16: Ich kann auch gut laufen drin.

00:23:18: Aber ich trau mich nicht, die anzuziehen, weil ich immer überlege, was denken, denn dann die Leute von mir, dann bin ich auch, also mit Heihil bin ich dann als einst achtzig groß, dann könnte ich auch komisch vor, irgendwie so, weil ich will... Es geht schon auch lieber kleiner oder leiser in Räume hinein, damit nicht irgendwie gleich eine Kritik oder irgendwie...

00:23:38: Aber das hat natürlich dann auch wieder mit deiner Kindheit zu tun, oder?

00:23:41: Ja,

00:23:42: das wollen wir jetzt nicht ausreizen.

00:23:44: Zur Transformation, eben weil du über solche Dinge sprichst, muss man ja glaube ich auch unterscheiden.

00:23:49: Also das wäre wichtig, ob man sich vielleicht nur verändern möchte im Sinne von Selbstoptimierung.

00:23:58: ist ein Ganz.

00:23:59: gruseliges Wort unserer heutigen Zeit in der Schwämme der Ratgeber alles muss optimiert werden.

00:24:05: Das finde ich ganz schlimm.

00:24:06: Und zwar so eine Selbstoptimierung nach den gesellschaftlichen Vorgaben.

00:24:11: Das heißt, du bist irgendwie so geprägt von dem Außen rum oder vielleicht auch so angewiesen.

00:24:17: Das verstehe ich so gut auf die auf die Zustimmung des Außen, dass du dich nur deswegen verändern möchtest, damit du mehr Zustimmen kriegst und zwar genau in den Normen.

00:24:27: Also das Schönheitsidea.

00:24:29: das aktuelle bedienen können, so viel Geld verdienen oder wohnen, wie man wohnt.

00:24:34: Oder als Frau sollte man auf jeden Fall eine Partnerschaft haben.

00:24:38: Frau ohne Partnerschaft ist immer noch irgendwie oder da fehlt doch was und so.

00:24:42: Und ich glaube, das ist eine Art der der Transformation, die sollte man hinterfragen.

00:24:50: Ja natürlich.

00:24:51: Oder?

00:24:51: Ja, ich glaube, es kommt immer darauf an, Ich glaube, es ist ein wichtiger Punkt, was die Gesellschaft vorschreibt.

00:24:57: Ich glaube, die wichtigere Überlegung ist, was ist für dich authentisch.

00:25:00: Genau.

00:25:00: Und was nicht.

00:25:01: Weil es könnte ja theoretisch sein, dass eine Sache, die die Gesellschaft vorschreibt, sei es jetzt die Partnerschaft oder das Schönheitsideal oder ja, Schönheitsideal, das ist eine schwierige Sache.

00:25:12: Aber es könnte ja sein, dass es bestimmte Faktoren gibt, die die Gesellschaft vorschreibt und die du aber tatsächlich ganz, also für dich authentisch einfach feierst, wo du sagst, ja.

00:25:23: Genau den Look finde ich gut, genau die Wohnung finde ich gut, ich will auch den Partner haben oder ich bin ein extrevertierter Mensch oder ich bin ein Leistungsmensch.

00:25:32: Schwierig wird es halt nur, wenn es nicht so dir passt, wenn du sagst.

00:25:34: Wenn

00:25:34: es dir nicht so dir passt.

00:25:35: Und dann sagen die irgendwie, du müsst ein Königsschwalbenschwanz werden oder ein großer Schillerfalter und dabei bist, ja, das sind die ganz tollen, die blauen, die gelb-schwarzen, die.

00:25:47: wir sprechen über Schmetterlinge.

00:25:48: Ach so, ich dachte, wir sprechen über Vögel.

00:25:50: Nein, das geht ja um Metamorphosen.

00:25:53: Was kommt raus aus der Raupel?

00:25:55: Übrigens auch ganz interessant.

00:25:56: Das Schmetterling beginnt als Raupel.

00:25:58: Sollten wir uns ja immer wieder... Tröstlich sagen, auch wir dürfen durchaus

00:26:03: als Raum beginnen.

00:26:05: Also du bist kein Schillerfalter.

00:26:09: Ja, du hast Schillerfalter.

00:26:10: Ich hab mir den aufgeschrieben, fand den Namen so schön.

00:26:12: Nicht verwandt und nicht verschwägert mit dem gleichen Namen wie dich da.

00:26:15: Schiller.

00:26:16: Schiller?

00:26:17: Genau.

00:26:18: Aber du bist vielleicht ein Zitronenfalter.

00:26:19: Weißt du, in dir drin ist ein munterer kleiner Zitronenfalter und der denkt sich jetzt, er muss zum Schiller werden.

00:26:25: Und das ist dann natürlich ein Problem.

00:26:29: Weil das gar nicht angelegt ist in ihm.

00:26:31: Ich will ja nicht vom Hundertsten ins Tausende kommen, aber... Finden wir doch immer.

00:26:34: Aber stopp mal, was mir gerade einfällt, weißt du an was mich das erinnert an den Pinguin?

00:26:40: Deswegen ein kleiner Querverweis, Eckart von Hirschhausen, hat ein Buch geschrieben, der Pinguin, das war es, der Pinguin, der fliegen lernte.

00:26:48: Und da geht es eigentlich nur darum, wenn du ein Pinguin in der Wüste bist und es flutscht nicht, dann liegt es nicht an dir am Pinguin, sondern es liegt an deiner Umgebung an der Wüste.

00:26:58: Und deswegen ist es wichtig, dein Wasser zu finden.

00:27:01: Dein Meer, in das du hüpfen kannst.

00:27:03: Das hat uns so unglaublich gut gefallen, es ist ein bezauberndes Buch.

00:27:07: Da kommt auch dieser ... Fantastische Satz her.

00:27:10: Und der passt vielleicht auch zur Transformation dieser wunderbare Satz.

00:27:14: Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

00:27:17: Ich finde den so tröstlich.

00:27:19: Und der ist so wahr, weil man sagt, hey, auf welche Abwege gerät dieser Mensch jetzt irgendwie oder so.

00:27:25: Oder Freunde wissen dann schon, da ist ja wieder der totale Blödsinn, was die da jetzt macht.

00:27:29: Aber nichts ist verkehrt, so lange man es ausprobiert, irgendwas bleibt schon hängen.

00:27:34: Ich hab den perfekten Übergang.

00:27:36: Ich habe Zitate mitgebracht.

00:27:38: Ja?

00:27:38: Ich habe zwei Zitate, die über meinem Schreibtisch ich an die Wand gekritzelt habe, weil ich sie so gut finde.

00:27:44: Die von deinem Papa in jedem Fall weißgetünchte Wand?

00:27:47: Ja, genau die.

00:27:48: Aber nur mit Bleistift.

00:27:49: Nur mit Bleistift.

00:27:50: Das kannst du alles wieder ausradieren.

00:27:52: So, und einer von denen ist von Nelson Mandela.

00:27:55: Und er sagt auf Englisch, ich translate gleich.

00:27:59: Ja, bitte schön.

00:28:00: Ja,

00:28:00: Nelson Mandela sagt, I never lose, I win or I learn.

00:28:05: Also, er sagt, Ich verliere niemals, ich gewinne oder ich lerne.

00:28:10: Und das passt auch, oder?

00:28:11: Ja, immer.

00:28:12: Ja, man lernt immer.

00:28:14: Man muss nur wieder offen dafür sein, hinzugucken, was man lernt.

00:28:17: Und kleiner Disclaimer, es kommt natürlich ein bisschen auf die Situation an.

00:28:21: Ich verstehe, wenn wir es über schlimme Kriege, schlimme Krankheiten und so reden, dass das natürlich noch mal ein bisschen was ... das ist ... nein.

00:28:29: Doch, doch.

00:28:30: Ja, natürlich.

00:28:32: Aber wenn wir jetzt nur mal über viele Alltagssituationen reden, dann gibt es auf jeden Fall immer was Gutes in der Situation und immer was, was man daraus lernen kann, was man mitnehmen kann.

00:28:43: Ich habe mir das jetzt auch ungewönt in diesem Sprung, quasi in die neue Lebensphase, dass ich Dinge vor denen ich Angst habe, hat oft zum Beispiel mit Technik zu tun, auch jetzt bei uns eben im Bayerischen Rundfunk, weil wir da diese Selbstfahrer-Sweeten haben, also wo du als Sprecher alleine drin sitzt und alleine aufnimmst.

00:29:00: Das heißt, du musst diese ganze Technik hat auch viel mit Computern und auch

00:29:03: wow.

00:29:05: Ja, das ist meine Generation immer ein bisschen ängstlich, wobei wir Boomer sind, die immer alles ausprobiert haben.

00:29:09: Also da sind wir eigentlich ja gar nicht so schlecht drin.

00:29:12: Aber ich habe mir jetzt wirklich angewöhnt, die Angstphasen zu verkürzen, indem ich wie ein Stier drauf losgehe und einfach lerne, lerne, lerne und noch ein Tutorial auf YouTube anschauen und mir noch irgendwas reinziehen, bis ich das so schnell wie möglich kann, damit die Angst einfach nicht hochkommt.

00:29:32: Also lernen ist immer gut.

00:29:34: Ja, daran arbeite ich noch.

00:29:35: Also ich bin, wie gesagt, eher die Person, die, also historisch gesprochen war ich eher immer die, die sich dachte, ich gucke jetzt weg, ich mach's lieber gar nicht.

00:29:43: Der Vogelstrauß.

00:29:43: Aber wirklich der Vogelstrauß.

00:29:45: Und ich verstehe, dass man aber eher wie so ein Emu einfach rennt, rennt, rennt.

00:29:50: Durch, rennt.

00:29:50: der Einzigeweg ist durch.

00:29:52: Es wird langsam besser.

00:29:53: Ich habe ja auch zu dir gesagt, weil die Frage war, oh Gott, nach dem Studium, was werde ich denn dann?

00:29:58: Welchen Beruf wähle ich denn dann?

00:30:00: Und ich habe doch gar keine Ahnung und kommt dazu natürlich bei euch, jungen Leuten heute.

00:30:04: Jetzt könnte man sagen, das ist ja super.

00:30:06: Die Möglichkeiten sind so viele.

00:30:08: Aber ehrlich gesagt sind die Möglichkeiten vielleicht meiner sogar viel zu viele und das kann eine schon auch erschlagen.

00:30:13: Und dann habe ich zu dir gesagt, also erstens wäre ich jetzt mein Rad.

00:30:17: fang doch einfach mal irgendwo an, weil's nämlich egal ist, von welcher Position aus du fahrtest.

00:30:22: Und was ich auch immer sehr hilfreich finde, wenn die Angst dann doch packt, das ist das Worst Case Szenario.

00:30:30: Also male dir mal aus, was, wenn du diesen Sprung jetzt magst, als Allerschlimmstes passieren könnte.

00:30:37: Und ich garantiere dir, so schlimm kann's gar nicht sein, dass man sich dann hinterher nicht denkt, Ja, okay, wenn's nicht noch dicker kommt, dann das kann ich doch eigentlich mal ausprobieren.

00:30:46: Das nimmt der Sache irgendwie so ein bisschen den

00:30:48: Stachel.

00:30:49: Ja, ich glaube, ich hatte immer das Gefühl, dass ich was machen will, was erstens perfekt zu mir passt, was ist das eine, was wirklich, das ist genau meins.

00:30:57: und zweitens, zweitens hab ich gerade vergessen, aber nein, also ich hatte immer das Gefühl, ich will was machen, was zum einen einfach perfekt zu mir passt und zum anderen was irgendwie so ein bisschen besonders ist, wo vielleicht auch andere sagen, ah ja, mega cool.

00:31:11: Und deswegen hab ich schon oft das Gefühl, nicht die falsche Entscheidung treffen, weil nicht das da am Ende irgendwo drin bist, wo ...

00:31:18: Und hast du das falsche Leben an?

00:31:20: Wo es dir nicht gefällt.

00:31:21: Ich bin da schon immer ein bisschen vorsichtig.

00:31:24: Ich weiß aber nicht, ob das die richtige Haltung ist.

00:31:26: Also, ich glaube, dass ich durch meine Vorsichtigkeit oft am Ende an einem sehr guten Punkt gelandet bin.

00:31:35: Auch zum Beispiel, was chromantische Partner angeht, hab ich oft zu Leuten neigesagt, nur ... Um jetzt, wo ich ja gesagt habe zu jemanden, also nicht heilabsmäßig, aber bis jungsmäßig, glaube ich, mehr als gute Wahl getroffen habe.

00:31:48: Es kann auch schon so seine Vorteile haben.

00:31:50: Aber birgt natürlich die Gefahr, dass man sich viel auch entgehen lässt.

00:31:55: Da muss man am besten natürlich die richtige Balance finden.

00:31:59: Ja, das ist so, diese Sicherheit hat eben mit Halt zu tun.

00:32:04: An was kann ich mich festhalten, halte ich an dem alten Fest.

00:32:08: Das ist dieser schöne Spruch von Harpe Kerkelingen.

00:32:11: Jeder Mensch sucht nach Halt, dabei liegt der einzige Halt im Loslassen.

00:32:16: Der hat mich in dieser Phase, in der ich gerade gehe, unglaublich inspiriert, das Loslassen eigentlich halt im Leben bedeuten kann, weil du fällst ja viel mehr raus aus deinem Leben, indem du die Angst schürst, indem du vielleicht nicht weiter nach vorne schaust und nicht nach vorne gehst.

00:32:37: Ich glaube, man verliert sich selber dann ja auch noch viel mehr.

00:32:42: Und es geht auch gar nicht so sehr darum, sich selber zu finden.

00:32:46: Das sagt man doch heute auch immer so gerne selbst.

00:32:48: Findung, ganz großes Thema.

00:32:50: Sondern... sich selber zu erschaffen, würde ich sagen.

00:32:56: Und das können wir jeden Tag ein bisschen tun.

00:32:59: Aber es wird immer Lebensphasen geben, in denen wirklich alles auf den Kopf gestellt wird, so wie wir zwar das jetzt erleben, wo es viel krasser ist, wo die Veränderungen in Eintorff viel größer sind.

00:33:09: Aber eigentlich fühle ich mich jetzt langsam ganz wohl da drin und werde auch wieder neugierig, wenn man stumpft auch ab, wenn man zu lange irgendwo bleibt.

00:33:19: Ich meine, ich kenne es ja als Mensch, der oft sehr ängstlich ist, die Angst lehnt immer.

00:33:25: Und wenn man sehr ängstlich ist, dann ist man wirklich in so einer Schockstarre und dann kannst du auch nicht mehr agieren.

00:33:30: Das ist so, als ob der ganze Körper sich nicht mehr bewegen kann und verkrampft und so nach innen gerichtet ist.

00:33:35: Du kannst gar nicht mehr offen in die Welt rausgehen.

00:33:38: Deswegen ist es ganz wichtig, da auch Angst abzubauen und neugierig zu bleiben.

00:33:43: Und mutig zu sein.

00:33:45: Mutig auf.

00:33:46: Übergang.

00:33:47: Hier kommt mein Übergang.

00:33:49: Ich habe ja noch ein zweites Zitat an meine Wand geschrieben.

00:33:54: Bleistift.

00:33:54: Bleistift.

00:33:55: Vielen Dank, ja.

00:33:57: Von Bethany Hamilton, die einarmige Surferin.

00:34:01: Die vom Heil-Attacke.

00:34:02: Die mit der Heil-Attacke.

00:34:03: Die hat gesagt, Courage doesn't mean you don't get afraid.

00:34:07: Courage means you don't let fear stop you.

00:34:11: Und das hat

00:34:12: für mich...

00:34:13: Das hat in mir sehr viel gemacht, das zu verstehen, weil ich als Angstperson immer dachte, ja, ich bin kein mutiger Mensch.

00:34:19: Und dann ist mir aufgefallen im Gegenteil, es bedeutet genau mutig zu sein, wenn die Angst da ist und du die Angst überwindest, oder dass du trotz der Angst etwas machst.

00:34:29: Wenn keine Angst vorhanden ist, dann, doof gesagt, ist es auch nicht so viel...

00:34:35: Konzentration?

00:34:36: Ja,

00:34:37: da ist es...

00:34:37: Ich

00:34:37: will nicht sagen, dann ist es nicht so viel wert, weil es gibt auch sicher Dinge, die... wo man einfach sehr in seiner Soße schwimmt und sich denkt, das passt einfach zu mir.

00:34:46: Aber das finde ich ist ein schöner Satz.

00:34:48: Also Mut bedeutet, dass die Angst da ist und man macht das trotzdem.

00:34:52: Und wie lautet mein WhatsApp-Spruch?

00:34:54: Der ist aus magischer Tierwesen.

00:34:56: Ja, von Newt Scamander.

00:34:57: Ja, who worries means you suffer twice.

00:35:01: Genau.

00:35:01: Also wenn du dich sorgst, dann leidest du quasi zweimal.

00:35:05: Ganz genau.

00:35:07: Ich glaube, das ist ein ganz guter Schlusssatz.

00:35:09: Wir sind nämlich schon ...

00:35:10: Sind wir schon so durch?

00:35:11: Oh, hallo.

00:35:13: Wir sind nicht durch, aber die Zeit ist durch.

00:35:15: Ja, gut.

00:35:17: Lass noch mal kurz auf meine Notizen gucken, ob ich hier noch irgendwas hab.

00:35:20: Du hast absolut alles gesagt.

00:35:22: Aber noch nicht getan.

00:35:23: Vor uns liegt

00:35:24: viel.

00:35:25: Ja?

00:35:25: Vor uns

00:35:26: liegt verdammt viel.

00:35:27: Und das Schöne daran ist, dass ihr uns hoffentlich auf diesem Weg begleiten werdet, denn den dokumentieren wir jetzt in diesem Podcast.

00:35:35: Alle zwei Wochen sitzen wir hier und quatschen.

00:35:39: Und das hat ganz viel mit neuen Lebensphasen zu tun.

00:35:43: Dann wünschen wir euch auch ganz viel Mut.

00:35:49: guckt mal rein auf YouTube auch, da gibt's nur ein Geben Hirschhausen.

00:35:53: Pinguin, der wird euer Leben verändern.

00:35:55: Ich hab ihn an meinen kleinen Pinguin als Anker, also als Gedächtnisanker, an meinen Bettelarmband hingemacht.

00:36:03: Das zeigen wir auf Instagram mal, das Armband, wo diese ganzen kleinen Anker sind.

00:36:08: Dann schreibe ich mal dazu, was welche da für mich bedeutet.

00:36:12: Und um jetzt noch eine letzte Schleife zu machen, vielleicht ein schöner Abschlusssatz.

00:36:17: Du hast ja noch zwei Sachen an deinem Armband.

00:36:19: Ja, zwei Kamele.

00:36:20: Und damit können wir ganz gut sagen, was man braucht für Transformation.

00:36:24: Genau.

00:36:25: Nämlich

00:36:25: ein Spruch aus dem Orient, der heißt mit Humor und

00:36:32: Geduld.

00:36:32: Geduld.

00:36:33: Kann man jede Wüste durchqueren.

00:36:37: Schön.

00:36:38: Oder?

00:36:38: Ja.

00:36:39: Ja, damit verabschieden wir uns heute.

00:36:40: Tschüss

00:36:41: und bis zum nächsten Mal.

00:36:42: Macht's gut.

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