Gilmore Girls – oder: Dürfen Mütter und Töchter beste Freundinnen sein?
Shownotes
In dieser ersten Folge des Podcasts "Stopp mal, der Mutter-Tochter-Talk" stellen sich die beiden Gastgeberinnen – eine Mutter und ihre erwachsene Tochter – vor, erklären ihr Konzept, Serien und Filme als Ausgangspunkt für persönliche Gespräche zu nutzen, und geben einen Ausblick auf das Schwerpunktthema der Episode: Mutter-Tochter-Beziehungen, inspiriert durch die Serie "Gilmore Girls".
Besonders hervorzuheben sind die offene Reflexion der Gastgeberinnen über ihre eigene Beziehung und deren gesellschaftliche Wahrnehmung, der persönliche Einblick in die Kindheit der Mutter und wie dieser Verlust ihre Elternrolle geprägt hat, die humorvollen und emotionalen Anekdoten (z.B. die Rettung eines Buches aus dem brennenden Haus), sowie die differenzierte Diskussion über Vor- und Nachteile enger Mutter-Tochter-Bindungen anhand von Serienbeispielen und eigenen Erfahrungen.
Zum Abschluss fassen die Gastgeberinnen ihre wichtigsten Erkenntnisse zusammen, betonen die Bedeutung von Offenheit, Individualität und gegenseitigem Wachstum in der Mutter-Tochter-Beziehung, geben praktische Tipps für zukünftige Eltern, laden die Hörer ein, ihnen auf Social Media zu folgen, und kündigen regelmäßige neue Episoden an.
Transkript anzeigen
00:00:03: Stopp mal, der Mutter-Tochter-Talk.
00:00:06: Beim Serien-Winchen und Filme schauen, die Stopptaste drücken und
00:00:10: quatschen.
00:00:11: Weil uns vom Bildschirm gerade was anspringt.
00:00:13: Dass uns irgendwie an uns erinnert.
00:00:15: Machen wir ständig.
00:00:19: Zwei Generationen.
00:00:20: Und
00:00:20: zufällig verwandt.
00:00:23: Hallo und grüß Gott.
00:00:24: Ich begrüße euch heute zu unserem allerersten gemeinsamen Podcast, unser Mutter-Tochter-Talk.
00:00:31: Und wie könnte es anders sein?
00:00:32: Bei mir ist meine Tochter.
00:00:34: Sophie,
00:00:35: hallo, freu mich hier zu sein.
00:00:36: Was war denn der Auslöser, dass wir gedacht haben, wir müssen jetzt mal diesen Podcast machen?
00:00:42: Dass wir uns zu lustig finden?
00:00:44: Nein, Blödsinn.
00:00:46: Dass wir beide so viel Fernsehen, so viel
00:00:49: ... Binschwatchen.
00:00:51: Sind wir Binsches?
00:00:52: Wir
00:00:52: sind Binschwatcher.
00:00:54: Wir sind Binschwatcher.
00:00:55: Mhm.
00:00:55: Das geht immer schon so, also schon von deiner frühesten Kindheit an, glaub ich mehr, also fing natürlich mit dem Sandmann an, ging doch, ja doch.
00:01:03: Kinderkanal.
00:01:04: Ging dann zu anderen Sendungen über und wir sehen wirklich wahnsinnig viele Filme und Serien.
00:01:10: Und das ist ja das Ding.
00:01:12: Wenn so eine Serie, also eine Folge, dreißig Minuten dauert, dann brauchen wir
00:01:16: anderthalb Stunden.
00:01:18: Nein.
00:01:18: Wenn es gut läuft.
00:01:19: So viel.
00:01:20: Ja.
00:01:20: Weil immer eine von uns auf die Fernbedienung drückt.
00:01:24: Also
00:01:25: stopp mal.
00:01:26: Stopp mal.
00:01:27: Weil uns da gerade irgendwas einfällt dazu.
00:01:29: Die Situation, die wir da gerade am Bildschirm erleben oder irgendeine Figur oder auch nur ein Kleid.
00:01:35: Es muss auf jeden Fall dringend besprochen werden.
00:01:37: Und das sofort.
00:01:38: Auf jeden Fall.
00:01:40: Und in dieses Kopfkino, das da immer abgeht, dachten wir, nehmen wir euch jetzt einfach mal mit und keine Bange.
00:01:48: Ihr müsst diese Serien und diese Filme auch gar nicht kennen.
00:01:51: Ist ja nicht jeder so verrückt.
00:01:53: Wie wir.
00:01:53: Wir erzählen euch am Anfang der Folge, worum es heute geht und was uns dazu Geniales eingefallen ist.
00:01:59: Nehmen euch also in unser Kopfkino mit und lassen euch da so ein bisschen Anteil haben.
00:02:04: Ja.
00:02:05: Und Folge eins, worum geht's?
00:02:07: Folge eins, es wird alle Schockieren, Mutter, Tochter, Beziehungen.
00:02:10: Weil?
00:02:11: Welcher Aufhänger?
00:02:11: Welche Serien?
00:02:12: Gilmoga ist selbstverständlich.
00:02:14: Die Mutter der Serien?
00:02:15: Genau.
00:02:16: Weil Gilmoga, das war die erste Serie, die du mir gezeigt hast.
00:02:20: Das heißt, ich in der dritten Klasse war.
00:02:23: Nein.
00:02:23: Doch.
00:02:24: Nein, das wäre ja viel zu früh gewesen.
00:02:26: Wie alt warst du denn dann in der Kämmerklasse?
00:02:27: Acht.
00:02:29: Ich war da acht Jahre alt.
00:02:31: Ich weiß das noch.
00:02:32: Wirklich?
00:02:32: Ja, ich schwöre es dir.
00:02:34: Okay, also ich geh nicht zu.
00:02:35: Ich hab dir natürlich vorher schon gesehen und konnte es kaum abwarten, sie dir zu zeigen.
00:02:39: Vielleicht war ich dann...
00:02:40: Nein, aber ich muss sagen, also Gilmour Girls ist eine tolle Serie, um einzusteigen.
00:02:45: Gut, aber jetzt sagen wir mal für die, die sie eben nicht gingen, worum geht's?
00:02:48: In Sternen.
00:02:49: Für alle,
00:02:49: die Gilmogos nicht kennen, obwohl es ein ganz schönes Revival erlebt hat in den letzten Jahren, so auf Instagram und TikTok, muss man sagen.
00:02:57: Gilmogos ist eine Serie aus den Frühen zweitausendern.
00:03:00: Es geht um eine Mutter, Lorelai Gilmo und ihre Tochter, Rory, die sie mir zum Bekommen hat.
00:03:05: Und sie leben in einer Kleinstadt und es geht eigentlich nur darum, dass sie eine sehr enge Beziehung haben, die beiden, und sie sind mehr wie ... Schwestern oder die beste Freundinnen anstatt Mutter und Tochter.
00:03:17: Und das war ja die Frage, die sich gestellt hat, wie eng darf so eine Mutter, Tochter beziehung sein, dürfen die beste Freundinnen sein?
00:03:26: Ja, gute Frage, wollen wir jetzt noch nicht vorwegnehmen, aber
00:03:29: es ist ja so, die Frage hätte ich mir gar nicht gestellt, aber wir haben uns da in den letzten Jahren, also speziell wir zwei, die wir eine sehr gute, unsere enge Mutter total...
00:03:38: Falls es noch nicht rausgekommen ist.
00:03:40: Also behaupten wir jetzt einfach mal.
00:03:41: Ja.
00:03:42: Haben.
00:03:45: Wir haben uns da schon einiges anhören müssen.
00:03:47: Und zwar vor allem von Freundinnen mehr so aus meiner Generation,
00:03:51: die Boomer.
00:03:52: Ja, erzähl mal, welche Generation du bist.
00:03:54: Ja, also rechne mich zu den späten Boomern, aber ich glaube, ganz offiziell, als Jahrgang sixundsechzig, bin ich ein Gen X.
00:04:02: Ähm, ich muss sagen, ich kenne mich da nicht so aus.
00:04:04: Doch,
00:04:05: es gibt dann Gen X und dann kommt Y und dann
00:04:09: Z. Ja, das ist dann du.
00:04:11: Gen Z, ja, also ich bin offiziell nicht Gen Z. Ich möchte aber einmal dazusagen, ich bin Jahrgang zweitausend und ich fühle mich Gen Z nicht zugehörig.
00:04:19: Gen Z klingt wie so ein Rapper.
00:04:21: Gen Z?
00:04:21: Ja, weil es gibt einen Rapper, der heißt Jay Z. Ah ja, okay.
00:04:24: Ja, ne?
00:04:25: Wieder was gelernt.
00:04:27: Ja, also Gimmer Girls ist so unser Aufhänger.
00:04:30: Ja.
00:04:30: Weil es auch unsere Serie und unser Ding ist.
00:04:32: Wir sind auch ein bisschen die Gilmour Girls.
00:04:34: Ja, aber was haben wir uns anhören müssen?
00:04:35: Also, Freundinnen von mir haben gesagt, du, das ist aber gar nicht gut, wenn die Beziehung so eng ist mit deiner Tochter.
00:04:43: Da wird sie nicht selbstständig oder sie ... Du stülbst jeder was drüber, was sie gar nicht ist.
00:04:49: Also, die eigene Entwicklung wird dadurch irgendwie behindert.
00:04:52: Und die Pubertät ist so wichtig, man muss natürlich randalieren dürfen und sich abgrenzen können und so weiter.
00:04:59: Ich will aber sagen, dass das vornehmlich Freundinnen auch meine Kolleginnen waren oder sind, die selber entweder keine Kinder haben oder eine schwierige Beziehung zu ihrer Tochter
00:05:11: haben,
00:05:12: zumindest ambivalent oder eine sehr schwierige ambivalente Beziehung zu ihrer eigenen Mutter haben oder hatten.
00:05:20: Genau.
00:05:21: Aber wir haben uns natürlich trotzdem Gedanken gemacht.
00:05:22: Also, man schiebt das ja nicht so, also ich nicht.
00:05:24: Wenn ich sowas höre, mache ich mir Gedanken und denke, vielleicht haben die ja recht.
00:05:28: Vielleicht ist es ja gar nicht so gut.
00:05:30: Ja, wir hinterfragen uns ja.
00:05:31: Aber ich glaube, wir sind nach den Jahren eigentlich dabei gelandet, dass wir eine sehr gesunde Beziehung haben.
00:05:36: Ja, warten wir mal diese...
00:05:37: Diese Podcast-Entwicklung ab.
00:05:39: Ja,
00:05:40: ganz genau.
00:05:41: Aber es gibt natürlich Probleme.
00:05:42: Was könnten denn Probleme einer zu engen Mutter-Tochter-Beziehung sein?
00:05:46: Keine Abgrenzung.
00:05:48: Genau.
00:05:48: Dass
00:05:49: wir quasi dieselbe Person sind, dass wir nur Dinge zusammen machen, dass wir dieselben Interessen haben, dass wir nicht anders denken können als die andere Person.
00:05:58: Wir haben, ich glaube, zwei Paar Rosen und wird sich auch ein paar Stiefel gekauft.
00:06:04: In verschiedenen Farben zwar, aber quasi die gleichen.
00:06:06: Ich
00:06:07: will aber betonen, dass wir sie nicht gleichzeitig anziehen.
00:06:10: Also wir gehen eigentlich nie im Partner-Look.
00:06:12: Ich weiß
00:06:12: nicht, ob uns das gut darstellt.
00:06:14: Na doch, weil wir finden die gleichen Sachen schön.
00:06:16: Aber
00:06:16: nicht immer.
00:06:17: Aber nicht immer.
00:06:18: Also es ist kein Zwang, aber wenn wir beide was gut finden, ist es ja schön, das miteinander zu teilen.
00:06:22: Genau.
00:06:23: Oder?
00:06:23: Ja.
00:06:24: Und wir beeinflussen uns ja gegenseitig.
00:06:26: Nicht nur eine Person, die andere.
00:06:28: Oder?
00:06:29: Ich habe da gleich mal, ich habe so kleine Spickzettel.
00:06:31: Ja, ich habe
00:06:31: ja auch mal einen Spickzettel.
00:06:32: Ja,
00:06:33: ich habe da gleich mal einen Satz.
00:06:34: Das war der eine Satz, den ich gefunden habe von Beyoncé.
00:06:38: Wo wir übrigens vorhin bei Jay-Z waren, Beyoncé ist nämlich die Frau.
00:06:41: Ist ja interessant.
00:06:42: Ja, ne?
00:06:42: Okay, ist ja interessant.
00:06:44: Jetzt muss ich mal gucken, ob ich die finde.
00:06:47: Meine Tochter hat mir Seiten an mir gezeigt, von denen ich nicht wusste, dass sie existieren.
00:06:52: Mhm.
00:06:53: Was musst du erläutern, weil ich habe keine Kinder?
00:06:56: Ja, das ist schon wirklich so, weil ich durch dich mich selber besser kennenlerne, durch deine Freude an Klamotten, durch eben die Serien, die du ja dann auch anbringst, durch die Freunde, die ins Haus kommen und die Freundinnen durch dein Studium mit der Kunst geschieht.
00:07:14: Also es kommen so viel Einflüsse natürlich rein, die mich wachsen lassen und man verändert sich natürlich auch drüber.
00:07:20: Und ja, ich würde doch sagen, ich lerne Seiten durch dich.
00:07:24: Wenn ich dich da nicht hätte, du bist wie so ein Katalysator natürlich irgendwo auch für mich.
00:07:29: Das finde ich sehr positiv.
00:07:30: Aber wir wollten ja nicht schon wieder schwelgen.
00:07:32: Wir wollten... Aber um mal kurz zu schwelgen, um mal kurz richtig zu schwelgen, man muss ja auch dazu sagen, dass du ja auch eine spezielle Kindheit hattest.
00:07:41: Und ihn derschwelgen wir?
00:07:42: Nicht schwelgen, aber ich glaube, es ist wichtig, es mit zu bedenken.
00:07:45: Um zu erklären, warum unsere Beziehung so eng ist?
00:07:48: Genau, das musst du aber erklären, weil es deine Kindheit.
00:07:50: Ja, na ja, gut.
00:07:51: Also, meine Kindheit ist gezeichnet dadurch, dass meine Mutter sehr früh gestorben ist.
00:07:56: Da war ich vier Jahre alt, mein Bruder war fünf und ein halb.
00:08:00: Und deswegen habe ich mich ja auch als Mutter.
00:08:03: Vielleicht habe ich die Serie auch deswegen so gern gemochen.
00:08:06: Ich habe mich als Mutter ja wirklich selber erfinden müssen.
00:08:09: Ich hatte ja nicht wie die meisten anderen jungen Frauen oder Frauen die Möglichkeit, mich an meiner eigenen Mutter-Tochter-Beziehung zu orientieren.
00:08:19: Und deswegen war das für mich natürlich anders und ganz speziell.
00:08:23: Ich habe ja den Großen, den Max, deinem Bruder aus der ersten Ehe,
00:08:26: kenne es.
00:08:26: Das
00:08:27: will ich hoffen.
00:08:31: Ich wusste genau, wie ich als Mutter sein möchte.
00:08:33: Und trotzdem bin ich nicht immer so gewesen.
00:08:35: Weil man doch noch sehr verhaftet ist in Dingen, die man aus der eigenen Kindheit dann so mitbringt.
00:08:41: Und man ist da auch noch nicht so reflektiert genug.
00:08:44: Da war ich einundzwanzig, als der Max geboren worden ist.
00:08:47: Aber wie ihr dann kam, du und dein Zwillingsbruder, das war ja zwölf Jahre später, da war das wirklich für mich so ... als wären mein Bruder und ich noch mal da.
00:08:58: Und ich war dann quasi für euch die Mutter, die ich mir immer gewünscht hätte.
00:09:04: Und wenn ich dich dann in den Arm genommen hab oder den Nickel auch, dann war das so, als würde ich mich selber in den Arm nehmen.
00:09:11: Und wenn man dann den Weg auch begleiten kann.
00:09:14: Und das war für mich wie Seife für die Seele.
00:09:18: Das war so ... Eine ganz große Wiedergutmachung und auch eine ganz große Freude.
00:09:25: Und deswegen ist diese Beziehung vielleicht auch irgendwie enger geraten, als sie das normalerweise sonst wäre, weil sie für mich mit noch größerer Emotionalität verbunden war.
00:09:37: Ich glaube, was man daran eben sieht, ist, dass es immer sehr individuell ist.
00:09:42: Und ich glaube, man muss die Hintergründe von den Leuten kennen.
00:09:45: Also man darf nicht sofort sagen, das ist toxisch, das ist schlimm, sondern... Man muss sehen, woher das kommt.
00:09:50: Vielleicht ist das auch was Gesundes.
00:09:52: Vielleicht ist das was, was heilen kann.
00:09:55: Genau das Wort hätte ich jetzt benutzt.
00:09:57: Heilen.
00:09:57: Heilen.
00:09:58: Also in dem Fall natürlich für mich, aber es kann ja sein, dass an mir was heilt und bei dir geht's kaputt.
00:10:02: Ja.
00:10:03: Also ich glaube, das war nicht ...
00:10:04: Ja, aber doch.
00:10:05: Ich meine ... Nein, doch.
00:10:09: Stopp mal.
00:10:10: Gibt es doch Probleme für dich, dadurch, dass die Bindung eng
00:10:12: ist?
00:10:13: Ja.
00:10:14: Also ich glaube, es gab Probleme dadurch, dass ... ich eben sehr blütet aufgewachsen bin, was zu neunundneunzig Prozent natürlich sehr positiv ist.
00:10:23: Aber es gibt natürlich auch, ich war nicht die selbstständigste Person.
00:10:27: Ich muss jetzt immer wachsenden Alter manche Sachen nachholen, weil ich war nicht die, die alles alleine gemacht hat.
00:10:33: Da habe ich natürlich Dinge nachzuholen.
00:10:35: Aber sagen wir es mal so, jeder hat sein Päckchen, jeder hat seine Probleme.
00:10:38: Und wenn das mein einziges Problem ist, dass ich jetzt lernen muss, Dinge zu machen, dann ist es okay.
00:10:44: Also dafür habe ich so eine So eine gesunde Foundation und so eine gute Beziehung zu dir.
00:10:50: Und ich glaube, dass es viel schwieriger nachzuholen.
00:10:53: Also ich beschwerbe ich nicht.
00:10:55: Ich hab da irgendwo gelesen und ich fand das total schönes Bild.
00:10:58: Eine Mutter sollte eher wie ein Leuchtturm sein oder ein Hafen, in das das Kind quasi mit seinem Boot immer wieder einfahren kann.
00:11:07: Ja, du siehst das Licht auch aus der Ferne und kannst da immer hinfahren.
00:11:10: Aber sich doch bitte nicht mit der Tochter zusammen in dieses Boot setzen.
00:11:15: Also, die Probleme können natürlich sein.
00:11:17: Das kennen viele Leute von ... Übergriffigkeit und von Grenzverlust.
00:11:23: Aber das passiert ja zum Beispiel, das muss ja gar nicht sein, nur weil die Mutter die beste Freundin ist.
00:11:28: Das kann genauso passieren, wenn du so eine Helikoptermutter hast, die dir ja vielleicht sogar noch viel mehr vorschreibt, wie du sein musst und was du alles lernen musst und was du tun musst.
00:11:39: Für mich war das ja so wahnsinnig spannend bei meinen drei Kindern.
00:11:43: Denn ich bin ja dann eben mit meinem Vater allein groß geworden.
00:11:46: Mein Bruder war leider woanders.
00:11:49: Es gab nicht viele Überschneidungen und mein Vater war ein sehr autoritärer Mensch.
00:11:55: Das heißt, ich bin total geprägt in meinem Charakter, wie mein Vater mich hatte haben wollen.
00:12:03: Also sehr in Konventionen natürlich auch gedrückt worden.
00:12:07: Und umso spannender war das für mich dann zu sehen bei meinen eigenen Kindern.
00:12:13: Was kommt daraus, wenn ich keinen großen Einfluss nehme durch Erwartungshaltung oder euch irgendwo hinpressen?
00:12:25: Gerade als Tochter nimmst du Dinge von mir an, das ist mir schon klar.
00:12:28: Aber ich glaube schon, dass du eine große Eigenständigkeit entwickelt hast.
00:12:32: Und das mitzuverfolgen.
00:12:34: Welche Talente die Kinder dann zum Beispiel haben, welche Gedanken, die du selber nicht hast, was sie an Ideen mit nach Hause bringen.
00:12:43: Das ist wahnsinnig spannend.
00:12:45: Und dann so Ging Morgan.
00:12:48: Der Moment eben, dass das Verlieben ist ja auch so ein ... Ja, doch ist doch eine ganz große Geschichte auch bei den Guilis.
00:12:56: Ich hab mich ja schon, ich war schon sehr gerade bei meiner Tochter eben so neugierig, weil in der Zeit war ich als Kind, als junge Frau, als Mädchen ja ihr allein.
00:13:04: mit vielen Sorgen und Problemen.
00:13:06: Und ich dachte, das muss so toll sein, dann eine Mama zu haben, da kannst du dich ausholen, die holt dann beim Liebeskummer den Eisbecher raus.
00:13:14: Oder du bist hibbelig und schwärmst.
00:13:17: Und auf die Zeit habe ich mich natürlich ganz besonders gefreut zu, dass das Erste verlieben und das auch miterleben dürfen.
00:13:24: Das verbindet, glaube ich, auch sehr.
00:13:27: Glaub ich auch.
00:13:28: Aber um auf den Erwartungsdruck zurückzukommen, weil das finde ich ein spannendes Thema.
00:13:33: Da möchte ich kurz ein anderes Beispiel anbringen, und zwar die Nanny.
00:13:37: Weil ich finde, die sind ein gutes Gegenbeispiel.
00:13:39: Also, auch
00:13:39: eine Serie, ein bisschen kurz für die sagen, und zwar eine sehr alte Serie.
00:13:44: Aus den neuen Scan.
00:13:45: Genug
00:13:46: gar
00:13:47: nicht.
00:13:47: Also nicht so.
00:13:48: Nein, nein.
00:13:49: Also die Nanny, Friend Fine, wird quasi aus ihrem Job rausgeschmissen und sucht einen neuen Job.
00:13:56: Und sie gerät in das Haus, möchte Maker verkaufen und der Vater stellt sie versehentlich mehr oder weniger als Nanny ein.
00:14:02: Und dann arbeitet sie da.
00:14:05: Und ihre Mutter Sylvia ist eine ganz Süße.
00:14:08: Aber was man bei denen eben sagen muss, ist, dass sie wahnsinnig, sie hat sehr viele Erwartungen, die sie an ihre Tochter stellt.
00:14:15: Fran wird wahnsinnig oft von ihrer Mutter kritisiert.
00:14:17: Und das ist, glaube ich, der feine Unterschied.
00:14:19: Weil das ist, glaube ich, bei Rory und Lorelei auch weniger passiert, weißt du?
00:14:23: Dass Lorelei Rory nicht ständig kritisiert hat.
00:14:26: Und das finde ich jetzt scheiße.
00:14:27: Also, wenn es berechtigt war selbstverständlich.
00:14:30: Da war nicht so ein Druck dahinter von wegen.
00:14:32: Ich hab bestimmte Vorstellungen, wie mein Kind zu sein hat und du musst dich dem beugen.
00:14:36: Und das hatten wir eben auch null.
00:14:39: Also ich hatte nie das Gefühl, ich muss auf eine bestimmte Art mich präsentieren oder in eine bestimmte berufliche Richtung gehen oder dieses oder jenes machen, damit du mich gut findest, damit du mich liebst, damit du mich akzeptierst.
00:14:50: Ja, das ist genau das, was ich meine, weil ich so neugierig war.
00:14:53: Was wächst denn da für ein Pflänzchen heran, wenn ich nicht dran ziel?
00:14:56: Ja.
00:14:56: Das hätte ich so spannend gefunden, weil bei mir wurde so gezogen, dass ich heute mit neunundfünfzig Jahren immer noch nicht so genau weiß, wer bin ich eigentlich oder wer hätte ich sein können, wenn das alles ein bisschen offener und freier gewesen wäre?
00:15:09: Glaubst du, du wärst... Wo glaubst du, wärst du hingegangen, eventuell, wenn du Freiheit gehabt hättest?
00:15:16: Emotional oder beruflich?
00:15:18: Beides.
00:15:18: Beides?
00:15:19: Also ich glaube, wenn ich nicht so dringend früh zu Hause hätte ausziehen wollen müssen, Ich dachte, ich muss wirklich weg, wenn ich nur um die Ecke gezogen bin.
00:15:30: Also fast einen Stadtteil weiter, damit ich mich weiterhin um meinen Vater habe kümmern kann, der deutlich älter war als ich.
00:15:37: Er war fünfzig, als ich geboren worden bin.
00:15:39: Auch das sagt viel über die Beziehung natürlich aus.
00:15:43: Und über ihn als Vater, das war eine völlig andere Generation.
00:15:47: Die haben Kinder halt wirklich noch mit sehr viel, ja, wir sagen mit Autorität großgezogen.
00:15:55: Dann hätte ich wahrscheinlich studiert und ich glaube, ich hätte Archäologie studiert, weil mich, ja, das hat mich als Kind schon brennend interessiert.
00:16:03: Und
00:16:04: so ägyptische Geschichte und möglicherweise, das wäre ein total anderer Weg geworden.
00:16:09: Ja, auf jeden Fall.
00:16:10: Du warst ja auch ein bisschen verliebt, ne?
00:16:12: Du hattest dir einen kleinen Crush, oder?
00:16:16: Möchtest du das in die Publikum teilen?
00:16:19: Du meinst jetzt im Hinblick auf die Archäologie und... Ja, ja.
00:16:22: Du möchtest auf meine erste große Liebe raus.
00:16:24: Ja, ich
00:16:24: möchte auf deine erste große Liebe hinaus, ja.
00:16:27: Okay.
00:16:27: Meine war Johnny Depp.
00:16:28: Jetzt sagt eine.
00:16:29: Stimmt.
00:16:30: Da hast du in der Fanfiction geschrieben.
00:16:32: Okay, stop.
00:16:32: Okay, wir können das Thema schließen und weiter geht's.
00:16:35: Also gut, deine war Johnny Depp und nein, du hast total schöne Fanfictions geschrieben.
00:16:40: Ich fand die richtig gut.
00:16:42: Meine war totendlich Armun.
00:16:43: Ich war in einem ägyptischen Fahrao aus der, ich weiß nicht genau, vierzehnten oder neunzehnten Dynastie verliebt.
00:16:52: Was mich fast das Leben gekostet hätte.
00:16:55: Weil, das ist zu Ende.
00:16:57: Okay.
00:16:59: Ja, ich habe dann dieses Paperback, dieses Buch bekommen, da war vorne die Totenmaske drauf.
00:17:04: Und das war also der Moment, wo mein Herz entflammt ist, weil die kennt jeder.
00:17:09: Von euch kennt diese Totenmaske, die Totenhermone, diese Gold und ein Blick aus La Bislac zu Rhee, oder?
00:17:15: Du versuchst das romantisch startzustellen, das war eine Totenmaske.
00:17:18: Red weiter.
00:17:19: Ja?
00:17:19: Und du hattest dieses Buch?
00:17:21: So sagt mir gerade die Sprache.
00:17:23: Ich habe mich in dieses Gesicht verliebt.
00:17:24: und dann habe ich natürlich Lebensgeschichte, der junge Fahrer, auch jung gestorben und so.
00:17:30: Und eines Tages sitzen wir zusammen in der Küche, mein Bruder und ich, da war er tatsächlich gerade mal zu Hause, beim Mittagessen und es klingelt das Telefon, er geht rüber ins Wohnzimmer und hebt ab und die Nachbarn riefen an und sagten, ihr wisst aber schon, dass bei euch das Haus brennt.
00:17:47: Ja.
00:17:47: Wusstet ihr nicht, nehm ich an?
00:17:49: Bis dato nicht, aber dann krummelte und krachte es auch schon bei
00:17:52: mir.
00:17:53: Der ganze Dach wurde schon in Flammen stand.
00:17:56: Und
00:17:56: dann,
00:17:57: es kam aus dem Zimmer, mein Bruder, da ist ein so ein alter Fernseher, so ein Rührendgerät implodiert.
00:18:03: Und dann war mein erster Gedanke war, um Gottes Willen, totends die Amun liegt in meinem Zimmer und er brennt.
00:18:10: Du weißt, dass der davor schon tot war, ne?
00:18:13: Nicht für mich.
00:18:15: Ich, also wie ein Pfeil, diese Treppe hinaufgeschossen, wirklich den Flammen entgegen, bin in meinem Zimmer geflitzt, hab mir dieses Buch vom Sideboard geschnappt und treppe wieder runter und treppe, treppe, treppe runter.
00:18:29: Aus welchen ist das das deine Mama?
00:18:32: Also,
00:18:32: aus Herderringeln.
00:18:33: Aus Herderringeln, genau.
00:18:35: Da ist eigentlich Treppe rauf, nicht Treppe runter.
00:18:36: Aber ja, gut.
00:18:37: Entschuldigung.
00:18:39: Und raus zum Haus.
00:18:40: Und ich habe tot an sich am Himmeln gerettet.
00:18:44: Ich hätte mein Leben für ihn gegeben.
00:18:45: Man muss ja zusagen, es gab keine Haustiere.
00:18:49: Du hast
00:18:49: jetzt nicht ein Haustier zurückgelassen oder andere Leute im Haus.
00:18:52: Ich glaube, mein Bruder ist still, aber der war der Ältere.
00:18:55: Okay.
00:18:57: Nein, es ist ... keiner ist zu schaden
00:18:58: gekommen.
00:18:59: Danke für dieses Geständnis.
00:19:00: Also, war's auch nicht ganz so ... Na ja, doch.
00:19:04: Also, nachträglich war's lustig.
00:19:05: Es ist ja immer so.
00:19:06: Oder wenn so wilde Sachen passieren nachträglich, sind sie sehr lustig.
00:19:08: Ich hab das Buch heute noch.
00:19:09: Wir haben noch viele Stories, die wir demnächst raushauen, z.B.
00:19:12: wie du fast erblindet wärst oder wie ich fast erblindet wär.
00:19:15: Da haben wir noch Haushaltsunzerlauflager.
00:19:18: Aber das ist eine andere Serie, und ich will nicht zu weit vom Thema abkommen, weil das ist Susan aus den Desperate Housewives.
00:19:24: Ja.
00:19:24: die ständig so schräge Unfälle haben.
00:19:27: Und von der habe ich einen ganz großen Persönlichkeitsanteil in mir.
00:19:30: Was hältst
00:19:30: du eigentlich davon, wenn wir eine Folge machen, wo wir näher bei unserer Haushaltsunfälle reden?
00:19:34: Wunderbar.
00:19:35: Stay tuned, es kommt noch.
00:19:36: Aber okay, um auf Mütter und Töchter zurückzukommen.
00:19:40: Ja bitte.
00:19:40: Unabhängig von unseren ersten großen Lieben.
00:19:42: Ja?
00:19:43: Johnny Depp und Tottenhaar Moon.
00:19:44: Ich halte das noch mal fest.
00:19:46: Tolles Pairing.
00:19:50: Ja, was hast du dir denn noch in deinen Schönutizen aufgeschrieben?
00:19:52: Weil ich hab schon relativ ...
00:19:54: Ich hab, wie gesagt, eine lange Liste von Problemen, die wir alle nicht haben, aber die ich gefunden
00:20:00: habe.
00:20:00: Möchtest du noch welche aufziehen?
00:20:02: Ja, zum Beispiel die Eifersucht der Mutter auf den Partner der Tochter.
00:20:06: Ist nicht passiert, weil du ihn wahnsinnig gern hast?
00:20:09: Also wer den nicht gern hat, der hat's aber wirklich.
00:20:12: Ein ander Waffel.
00:20:13: Ein ander Waffel.
00:20:15: Ist ja auch so unglaublich niedlich.
00:20:18: Aber das kann natürlich schon passieren, dass man dann den Partner als Konkurrenz betracht.
00:20:24: Verstehe ich.
00:20:25: Ich glaube, dass Stereotyp Frau und Schwiegermutter ist dann öfter noch.
00:20:33: Was heißt problematisch?
00:20:34: Aber ich verstehe gut, dass beides sind Frauen im Leben.
00:20:37: Kerls und so, und dass da dann öfter ein Eid hochkommt, verstehe ich.
00:20:41: Deswegen, ich glaube, wenn es jeweils das andere Geschlecht, das ist manchmal noch einfacher.
00:20:47: Ja, kann ich mir vorstellen.
00:20:48: Oder
00:20:48: Mädchen, die mit ihrem Vater sehr eng sind, wenn da dann ein Freund kommt.
00:20:51: Das ist, glaube ich, auch problematisch.
00:20:54: Aber das Problem haben wir nicht.
00:20:55: Okay, oder?
00:20:57: Kann man haben, aber haben wir nicht.
00:20:58: Aber haben wir nicht.
00:21:00: Ein Versuch der Mutter eigene Bedürfnisse formulieren, mangelnde Privatsphäre.
00:21:07: Ich glaube, wir haben genug Privatsphäre.
00:21:09: Das ist nämlich das mit Silvia.
00:21:11: Ja, die dauern zur Tür, weil Fran rauscht und immer da ist.
00:21:17: Aber was die beiden haben, by the way, den gleichen Humor.
00:21:22: Ja.
00:21:23: Lorelei und Rory auch.
00:21:25: Und ich finde, der gleiche Humor, also wenn wir jetzt mal aufs Gelingen zu sprechen kommen, wie kann so eine Mutter-Tochter-Beziehung auch gut gelingen, ich glaube, der gleiche Humor, das ist ja wirklich eine Bank, die einen echt sehr verbinden
00:21:36: kann.
00:21:36: Findest du, wir haben Humor?
00:21:38: Also, wenn nicht, dann haben wir den gleichen nicht.
00:21:41: Ja,
00:21:42: für mich auch.
00:21:43: Also das ist doch ja mindestens.
00:21:44: Auf jeden Fall.
00:21:45: Das verbindet wirklich so.
00:21:46: Und ich
00:21:46: finde schon.
00:21:47: Und dann steht hier noch auf meiner Karte, es gibt auch schlechte enge Beziehungen.
00:21:52: Ja, schau, das ist nicht gut, wenn die Beziehung zu eng ist und jetzt haben wir aufgezählt, warum das alles so wahnsinnig schwierig sein kann.
00:21:59: Aber ich meine, es kann auch sehr enge Beziehungen geben, also unsere enge, gute Beziehungen, aber es kann natürlich auch enge Beziehungen geben, die schlecht sind.
00:22:09: Ja.
00:22:10: Das ist
00:22:12: so sinnlos.
00:22:12: Nein, das ist eigentlich... Das haben wir eigentlich besprochen, die letzten zwanzig Minuten.
00:22:17: Also es kann auch schiefgehen.
00:22:19: Okay,
00:22:19: das ist so sinnlos.
00:22:21: Da machen wir einen Schnitt.
00:22:22: Nee, den lassen wir alles drin.
00:22:23: Ist alles drin.
00:22:25: Also mit Problemen bin ich schon durch.
00:22:27: Ja,
00:22:27: ich bin mit Problemen auch durch.
00:22:28: Ich habe mir aufgeschrieben, man muss sein Kind Bedingung so liegen, lieben und akzeptieren.
00:22:32: Ich kann lesen, ich verspreche es.
00:22:34: Und ich habe mir noch aufgeschrieben, was ich einen ganz spannenden Punkt finde.
00:22:38: Eltern auch als Menschen sehen.
00:22:40: Ich glaube, die meisten Kinder sehen ihre Eltern nicht als Menschen.
00:22:45: Und ich persönlich finde es sehr hilfreich, die Eltern auch kennenzulernen.
00:22:50: Wie wart ihr als Kinder?
00:22:51: Wie wart ihr als junge Menschen?
00:22:54: Wenn die Eltern noch zusammen sind, was ist eure Liebesgeschichte?
00:22:56: Wie seid ihr zusammengekommen?
00:22:58: Müssen wir nicht mehr darauf eingehen.
00:22:59: Aber ich glaube, einfach verschiedene Aspekte von den Eltern zu sehen und zu checken, das waren auch mal Kinder, das waren mal junge Erwachsene.
00:23:08: Das sind Menschen mit Gefühlen und Fehlern.
00:23:10: Und die haben auch Dinge, an denen sie arbeiten müssen.
00:23:13: Ich glaube, dann kann man viel besser miteinander arbeiten, weißt du, wenn du die andere Person verstehst.
00:23:17: Er stand in einem Misthaufen.
00:23:20: Okay.
00:23:20: Jetzt, ja, mein Vater.
00:23:22: Dein Papa stand in einem Misthaufen.
00:23:25: Ja.
00:23:25: Er hat genau wie heute jetzt hier eine Kamera in der Hand.
00:23:29: Ich war eine mittel-junge Moderatorin des Bayerischen Rundfunks.
00:23:33: Ich habe in diese Kamera geblickt, sah ihn dahinter und es war passiert.
00:23:40: Ein sehr anschauliches Bild.
00:23:41: Also der Männergeschmack heute?
00:23:42: Nein, ich mein, mein Vater ist guter Männergeschmack.
00:23:45: Aber deine Stories, wie du dich den Männer verliebt hast, heute sind
00:23:48: super.
00:23:49: Das waren erst zwei.
00:23:49: Das waren erst zwei und ich fand die zwei schon fantastisch.
00:23:52: Und
00:23:52: ich habe für beide gebrannt.
00:23:57: Das ist schon eine schöne Eigenschaft.
00:23:58: Ich habe für
00:23:58: beide gebrannt.
00:24:00: Nein, aber du hast vollkommen recht.
00:24:02: Der Perspektivewechsel ist oft auch angeraten, wenn man jetzt so gar kein Verständnis zum Beispiel, entweder für seine Tochter hat, dass man sagt, komm bitte erinnere dich mal, wie ist denn das bei dir damals gewesen, was hättest du dir gewünscht?
00:24:14: Aus diesem Antrieb heraus bin ich so vielleicht auch überfür sorglich, möglicherweise, denn das hätte ich mir gewünscht, diese Nähe und auch diese... Freude und gemeinsame Hobbys und so weiter.
00:24:27: Aber natürlich auch, und ich glaube, das passiert fast noch selten, dass die Kinder sich fragen, wie war denn meine Mutter, als sie jung war?
00:24:36: Aber natürlich auch, welche Zwänge sind da gewesen?
00:24:39: oder war es schwierig?
00:24:40: oder was hat sie mir alles mitgegeben, was hat sie getan für uns?
00:24:45: Also sich versuchen vielleicht auch mal in diese Rolle reinzudenken.
00:24:50: Ja,
00:24:51: auf jeden Fall.
00:24:53: Ja, also wenn wir auf unsere Uhr gucken,
00:24:56: dann haben wir noch massig Zeit.
00:24:57: Dann haben wir dann tatsächlich noch fünfzehn Minuten Zeit.
00:25:00: Heul.
00:25:00: Ja, oida.
00:25:03: Das ist unsere Beziehung.
00:25:05: Just Wust ist in aller Kürze und schneller abgehandelt.
00:25:08: Ja,
00:25:09: wenn wir einfach toll sind.
00:25:10: Wir
00:25:10: shoppen zusammen, wir binchen zusammen, wir reden
00:25:15: hauptsächlich labern wir.
00:25:17: Hauptsächlich labern wir dazu schon ganz genau.
00:25:20: Hast du mir ein paar Zitate mitgebracht, was du gesagt
00:25:23: hast?
00:25:23: Nee, nee, nee, nicht für diese Folge.
00:25:25: Ach so?
00:25:26: Nicht für diese Folge?
00:25:27: Nicht
00:25:27: für diese Folge.
00:25:28: Also ich hab nur noch voll schön, dass wir gleichzeitig leben.
00:25:32: Ja?
00:25:33: Find ich auch ganz schön.
00:25:34: Ist so eine Postkarte, die ich gefunden habe.
00:25:36: Find ich voll schön, wird aber niemandem zugeschrieben.
00:25:39: Nee, für aber auch voll schön.
00:25:42: Also Fazit, was würdest du denn sagen, wenn du selber Mutter wirst und bekommst eine Tochter?
00:25:48: Was würdest du tun oder nicht tun, damit du eine wirklich gute Beziehung zu ihr kriegst?
00:25:55: Also in aller Ehrlichkeit finde ich es eigentlich ganz cool, so ein Minimi zu haben.
00:26:00: Also in aller Ehrlichkeit genau im Gegenteil von dem, was wir gerade beschrieben haben, wenn ich mir meine Tochter Emma, sie hat schon Namen, auch wenn sie noch nicht existiert.
00:26:10: vorgestellt habe, dann habe ich da schon immer ein sehr, ich weiß, welche Klamotten ich hier gerne anziehen würde, wie ich mir den Charakter vorstelle.
00:26:18: Ich habe da viele Vorstellungen, aber ich glaube genau, dass es die Kunst, wenn dieser Mensch dann real ist und da ist, dann auch zurücktreten zu können und besonders, wenn die Kinder älter und älter werden, dann eben auch zu sagen, das hätte ich mir jetzt gewünscht oder das wäre eine Vorstellung gewesen, die ich cool gefunden hätte.
00:26:36: Aber ich merke jetzt, mein Kind geht in eine andere Richtung und dann zu sagen, gar kein Problem, finde ich genauso toll, wenn ich sogar besser, weil es authentisch für mein Kind ist.
00:26:45: Deswegen der Tipp aus meiner Warte, genieße die allerersten Jahre.
00:26:50: Wenn du ihn noch anziehen kannst, was du willst, denn so hat das ja mit uns schon angefangen.
00:26:55: Ich habe ja dann, also dein Bruder natürlich auch, eingekleidet und den Max damals schon, aber Mädchen Klamotten kaufen dürfen.
00:27:03: Und es war eh noch so eine Zeit.
00:27:04: Also mittlerweile gibt es, glaube ich, richtig fesche Sachen.
00:27:06: Du würdest fesch
00:27:07: sagen.
00:27:07: Ja, sehr fesch.
00:27:08: Auch
00:27:08: für Jungs.
00:27:09: Alles fesch.
00:27:10: Aber Mädchen anziehen hat irgendwie doch noch den größeren Spaß gemacht.
00:27:15: Da hab ich ja geschwelligt.
00:27:17: Also ich war ganz viel, wie ihr ganz, ganz klein wart bei H&M unterwegs und hab dann natürlich für euch beide Klammetschen gekauft für dich und für den Nickel und zwar also immer Berge jetzt alles für den nächsten Herbstwinter und dann wieder alles für den Nehmen.
00:27:28: Ihr wachst ja dadurch wundervoll.
00:27:31: Und dann hat mich eine an der Kasse, hat mich eine Dame gefragt, wie ich damit diesen Klamottenbergen war, und sie gesagt, oh, sie starten Film aus.
00:27:40: Sie gemeint, ich muss für irgendeinen Filmset Klammetschen kaufen, weil sonst braucht kein Mensch, braucht so viele Klamottenberge.
00:27:46: Also hat mich sicher tief geprägt.
00:27:48: und jetzt habe ich so viele Klamotten.
00:27:49: und jetzt... Sagst du mir immer, du hast so viele Klamotten, die passen noch gar nicht mehr in deinen Schrank, aber du hast es eigentlich in die Wege geleitet.
00:27:58: Das Problem ist nicht die Klamotten, sondern der Schrank.
00:28:01: Es geht nie, hast du zu viele Klamotten, aber wenn die Schranktür nicht mehr zugeht und das Haus keinen weiteren Schrank beherbergen kann, dann ist man irgendwie an seine Grenzen gestoßen.
00:28:11: Also
00:28:12: meine Schränke gehen alle zu.
00:28:14: Mit Leichtigkeit.
00:28:15: Nicht mit Leichtigkeit, aber es liegt nicht an den Klamotten, sondern dass die Tür klemmt.
00:28:19: Aber wenn jemand um das Bett schaut oder hinter die Stühle oder was an denen stimmt
00:28:24: doch gar nicht.
00:28:25: Also genießt die ersten Jahre, weil da kannst du noch so ein Minimi aus deiner Emma machen.
00:28:30: Ja.
00:28:31: Und dann später einfach offen sein und schauen, was da kommt und einfach sich wirklich an allem freuen, was da... Das war das, der Kreis schließt sich am Anfang, wie du gesagt hast, wer ist man eigentlich selber?
00:28:45: Man lernt neue Seiten an sich kennen durch seine Kinder.
00:28:49: Es stellt dich auch niemand so sehr in Frage wie deine eigenen Kinder.
00:28:54: Also, bei Max ist es mir im Besonderen so gegangen, weil ich halt noch so jung gewesen bin, wie er zur Welt gekommen ist.
00:29:01: Und ich gemerkt habe, wie viel Dinge ich nicht für ihn schaffe oder was nicht gut geht.
00:29:05: Und ich bin ja so ein Mensch, das kann ich nicht einfach so stehen lassen und schon gar nicht wegwischen.
00:29:09: Ich wollte es ja immer so gut wie irgend möglich.
00:29:11: Ich wollte ja, dass er so glücklich ist, wie ein Kind nur sein kann.
00:29:15: Und dann teilweise auch alleine ziehen natürlich zwischendurch, du stößt echt an deine Grenzen.
00:29:20: Und da habe ich so gekämpft, dass die bestmögliche Mutter in meiner Vorstellung die bestmögliche Mutter wäre für ihn.
00:29:30: Das bin ich für euch dann geworden.
00:29:31: Es ist ein bisschen ungerecht, aber so ist es gewesen.
00:29:36: Für euch konnte ich das dann endlich sein.
00:29:39: Ich glaube wirklich, wir wachsen an wenigen Menschen so sehr, wenn wir es zulassen, wie an unseren eigenen Kindern.
00:29:48: Schöner Gedanke kann ich noch nicht sagen.
00:29:51: Aber ich kann es mir gut vorstellen.
00:29:54: Weil du bist in einer Rolle, in der du noch nie warst.
00:29:57: Und du hast viel Verantwortung und du möchtest sie anleiten, aber du wirst ihnen auch nicht, du wirst ihnen Freiheiten geben, aber auch nicht so viele Freiheiten, dass was Schlimmes passiert oder du wirst ihnen ja schon ein Vorbild sein.
00:30:10: Und ich glaube, da diese Gradwanderung zu gehen, ist einfach schwierig und wird niemand zu hundert Prozent richtig machen.
00:30:17: Ja, die liefern immer das Handbuch nicht mit.
00:30:19: Schande.
00:30:20: Schande.
00:30:20: Und doch heute gibt's noch kein Handbuch, allerdings immer wieder neue Ratschläge.
00:30:24: Ich bin mir sicher, es gibt dreißigtausend Millionen Handbücher.
00:30:27: Wie das gelingen kann.
00:30:29: Ich sage dir jetzt den Trick, es funktioniert folgendermaßen.
00:30:32: Die Kinder fangen also an zu laufen?
00:30:34: Ja.
00:30:34: Und das auch im übertragenen Sinne, also auch später, wenn sie neue Dinge ausprobieren und so weiter.
00:30:40: Wir benennen das jetzt mal, mit sie fangen an zu laufen.
00:30:44: Und du breitest die Arme aus, das ist wie beim Schwimmen, das hast du gehabt.
00:30:47: Oh
00:30:47: nee, okay, also kurz, bleib da, wo du bist gedanklich.
00:30:52: Also Storytime.
00:30:53: Als ich gelernt habe zu schwimmen, und ich bin mir sicher, viele Leute können das nachvollziehen, da stand der Erwachsene, meistens mein Vater stand vor dir, mit so ein, zwei Metern Abstand.
00:31:03: Und da meinten sie, komm her, komm her, nur noch bis zu mir, nur noch.
00:31:06: Und dann gehen sie hinter und hinter.
00:31:08: Und ich dachte mir die ganze Zeit, ich weiß genau, was du machst, du läufst nach hinten.
00:31:11: Und ich fühl mich von der Situation verarscht, und am liebsten würde ich es einfach untergehen, wenn ich meinen Schwimmflügel nicht anhitte.
00:31:18: Nee, also das fand ich ja scheiße.
00:31:20: Und aus Protest konnte ich dann, glaub ich, bis ich dreizehn war oder so, nicht schwimmen.
00:31:24: Ehrlich?
00:31:24: Ja, ich hab das.
00:31:25: ja, also die richtige Brustschwimmtechnik habe ich erst im Schwimmunterricht gelernt, irgendwie mit dreizehn oder vierzehn.
00:31:31: Ich dachte mir, so funktioniert das.
00:31:33: Ich hab den Frosch nicht beherrscht.
00:31:35: Interessant.
00:31:36: Ja,
00:31:36: aber kommen wir zurück auf ... Zu den
00:31:38: wirklich wichtigen Themen.
00:31:39: Nein, du machst die Arme auf, die Kinder lernen laufen.
00:31:42: Und das auch später auch im übertragenen Sinne.
00:31:46: Und es ist genau diese Schwimmsituation.
00:31:49: Du hältst immer genau so viel Abstand zu ihnen, dass sie dich quasi nicht erreichen würden.
00:31:56: Sie könnten sich nicht auf dich stützen.
00:31:59: Und was passiert währenddessen?
00:32:01: Dass sie nicht untergehen.
00:32:02: Sie gehen nicht unter und sie lernen, sie gehen nicht unter.
00:32:07: Sie laufen und sie stellen während des Laufens fest, sie straucheln nicht und gewinnen genau auf diesen Metern immer wieder das Selbstbewusstsein, dass sie dich ja gar nicht brauchen.
00:32:20: Oder sie straucheln und stehen dann aber wieder auf.
00:32:24: Dann drückt man Küste drauf und ein Pflaster.
00:32:26: Das ist Pflaster.
00:32:29: Ja, wenn das Knie aufgeschlagen ist.
00:32:31: Schöne Metapher.
00:32:31: Gefällt mir sehr gut.
00:32:33: Gut.
00:32:33: Oder ist das ein schönes Bild?
00:32:34: Ja.
00:32:34: Ja.
00:32:36: Und wollen wir dann mal heute die Uhr da unten, die fängt nämlich dann an zu piepsen und schmeißt uns raus?
00:32:41: Ja, dann wollen wir mal.
00:32:42: Oder?
00:32:43: Dann wollen wir mal.
00:32:44: Weil wie viel können wir noch über uns reden?
00:32:45: Scherz, können wir noch eine Weile machen.
00:32:47: Aber muss ja nicht so sein, wir haben ja noch.
00:32:49: Das
00:32:49: machen wir jetzt das ganze Jahr.
00:32:50: Für diejenigen, die uns nicht auf YouTube zugucken, sondern zum Beispiel auf Spotify oder so, die uns also nur hören.
00:32:58: Und weil ihr das jetzt nicht sehen könnt, was ich gerade mache, diese Anführungsstriche in der Luft.
00:33:02: Verlust, weil deine Gestikulationen sind manchmal wild.
00:33:05: Ja, da Knoten.
00:33:06: Knoten.
00:33:07: Das ist was, ne Brezel.
00:33:08: Also für die, die uns nur hören, sei gesagt, schaut doch mal auf Instagram vorbei, weil da haben wir jetzt auch einen Account dann eröffnet.
00:33:16: Passend zum Podcast, der da heißt?
00:33:18: Stopp
00:33:18: mal Podcast.
00:33:19: Nein.
00:33:20: Ja, sowas,
00:33:20: ne?
00:33:21: Und da zeigen wir es ein bisschen behind the scenes und alles, was ihr jetzt vielleicht die nur Hörer nicht sehen könnt ihr da gerne nachgucken.
00:33:28: Ansonsten auch mal switchen, gerne auf YouTube.
00:33:32: Dann seht ihr unser kuscheliges kleines Zimmer, in dem wir unseren Podcast
00:33:37: präsentieren.
00:33:38: Sagen wir Tschüss.
00:33:39: Wir sagen Tschüss.
00:33:40: Tschüss und auf Wiedersehen.
00:33:42: Wir kommen alle zwei Wochen am Dienstag, glaube ich, raus.
00:33:47: Ja.
00:33:47: Ich sage jetzt einfach Ja.
00:33:49: Ich sage jetzt einfach Ja.
00:33:51: Und wir freuen uns, wenn ihr wieder dabei seid.
00:33:53: Genau.
00:33:53: Tschüss.
Neuer Kommentar